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Fernsehlexikon
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feed text In Memoriam Kurt Felix
Sat, 19 May 2012 12:08:08 +0000

Als wir in Deutschland Kurt Felix kennenlernten, hatte er in der Schweiz bereits eine lange Fernsehkarriere hinter sich. Im deutschen Fernsehen war es nur eine einzige Sendung, mit der Kurt Felix prominent vertreten war, doch die prägte das Fernsehen wie wenige andere. Verstehen Sie Spaß? war nicht einmal die erste Sendung, die Streiche mit versteckter Kamera zeigte (Chris Howland war mit Vorsicht Kamera 20 Jahre früher dran), doch erst sie löste den Boom aus, der scharenweise Nachahmer provozierte.

Von Felix selbst konzpipiert und als 30-Minuten-Donnerstagsformat gestartet, wurde Verstehen Sie Spaß? 1983 zur Samstagabendshow befördert, und Felix brachte fortan seine Frau mit zur Arbeit. Das Moderatorenpaar Paola und Kurt Felix gehörte zu den größten Fernsehstars der 1980er-Jahre, und je prominenter die beiden wurden, desto seltener konnte Kurt Felix selbst in die Rolle des Lockvogels schlüpfen.

Kurt Felix war auch der Erfinder der „Kreativpause". Bei ihm hieß sie Ende 1990 noch „schöpferische Pause", doch das Ergebnis war das Gleiche: Sie endete nicht. Zumindest kehrte er nicht als Moderator zurück. Ausgerechnet Harald Schmidt, der später selbst eine berühmte Kreativpause einlegte, wurde stattdessen der Nachfolger bei Verstehen Sie Spaß?

Später arbeitete Kurt Felix zumindest als Berater wieder für die Sendung, und obwohl er selbst schon lange nicht mehr im Vordergrund stand, zeigte die ARD ihn nun sogar wieder auf Anzeigenfotos für die Show. Mit Guido Cantz ist Verstehen Sie Spaß? inzwischen zum sechsten Mal neu besetzt worden, aber immer noch eine feste Größe am Samstagabend. Es ist die einzige Samstagabendshow außer Wetten, dass…?, die aus der goldenen Zeit des Genres noch übrig ist.

Wie heute bekannt wurde, ist Kurt Felix am Mittwoch im Alter von 72 Jahren gestorben.


text Sherlock
Wed, 16 May 2012 12:49:00 +0000

Seit 2011 (ARD). Brit. Krimiserie von Steven Moffat und Mark Gatiss nach den Romanen von Arthur Conan Doyle („Sherlock"; seit 2010).

Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) ist ein arroganter, schnellsprechender Schnösel, mit dem vermutlich niemand gern zu tun hätte, wenn er nicht ein solches Genie wäre. Da er aber noch schneller denkt als spricht, zieht Detective Inspector Lestrade (Rupert Graves) von Scotland Yard ihn bei der Aufklärung besonders verzwickter Kriminalfälle als Sonderberater hinzu. Die beiden verbindet eine gegenseitige Mischung aus Abneigung und Verehrung. Holmes’ Mitbewohner ist der gutmütige ehemalige Militärarzt Dr. John Watson (Martin Freeman), der Holmes zwar nicht immer folgen, seine Gedanken aber immer öfter entschlüsseln kann und ihn bei der Arbeit unterstützt. Mrs. Hudson (Una Stubbs) ist die Vermieterin der beiden, und Jim Moriarty (Andrew Scott) Holmes’ erklärter Erzfeind, auch wenn der ihn anfangs noch gar nicht kennt.

Wenn das internationale TV-Publikum sich mit dem ungehobelten Genie Dr. House anfreunden konnte, dann war es auch bereit für das Original, für eine moderne Version von Sherlock Holmes und Dr. Watson, auf denen Dr. House und Dr. Wilson basierten. Die BBC-Reihe verlegte die Fälle des genialen Detektivs in die Gegenwart, stattete Holmes mit allen Errungenschaften der Moderne wie Handy, Internet und Satellitenortung aus und klebte ihm haufenweise Nikotinpflaster auf den Arm, statt ihm eine Pfeife in den Mund zu stecken, während Watson gerade humpelnd vom Afghanistan-Einsatz zurückkehrte. Gleichzeitig waren für Traditionalisten die Orientierungspunkte aus den literarischen Vorlagen von Arthur Conan Doyle vorhanden, auf denen die Fälle nach wie vor basierten. Die Kritik war begeistert und die Zsuchauer angetan.

Die ersten drei Filme zu je 90 Minuten zeigte die ARD im Sommer 2011 sonntags um 21.45 Uhr im Anschluss an den Tatort. Der Auftakt zur zweiten Staffel läuft an Christi Himmelfahrt 2012 um 20.15 Uhr, die nächsten beiden Teile an den Pfingsttagen wieder nach dem Tatort.


Das deutsche Fernsehen wird sich im kommenden Jahr maßgeblich ändern – weil das amerikanische es so will. Denn was in den USA nicht mehr gebraucht wird, steht auch für Deutschland nicht mehr zur Verfügung.

Gleich drei langjährige Serien, die auch in Deutschland erfolgreich waren, enden in diesem Frühling in den USA. Bei zweien, Dr. House und Desperate Housewives war dies schon länger bekannt, was den Autoren die Chance gab, jeweils ein ordentliches Finale zu schreiben – wenn es schon nicht gelungen war, ordentliche Handlungsstränge für größere Strecken der letzten Staffeln zu erfinden.

Bei Dr. House war ich zwar noch der Meinung, die Zusammenführung von House und Cuddy sei gut gelungen und habe der Serie ein paar neue Impulse geben können, aber wie sie dann mit ihrer Trennung in der siebten Staffel umgingen, hat meine Liebe zur Serie doch sehr abkühlen lassen. Die achte Staffel hat dann zwar wieder ein paar schöne Episoden, aber insgesamt ist es doch ganz gut, wenn es nun bald vorbei ist. Ein bisschen schade werde ich es trotzdem finden.

Bei Desperate Housewives kann ich das Ende dagegen kaum abwarten. Die achte Staffel zieht sich gefühlt endlos dahin, nervt nur noch mit mühsamen und vorhersehbaren Handlungskonstrukten, willkürlichen Aneinanderreihungen einzelner Ereignisse ohne größeren roten Faden und wirft die Frage auf, was die ganzen Autoren, die jahrelang gute Geschichten und schöne Gags geschrieben haben, inzwischen eigentlich beruflich machen.

Erst seit ein paar Tagen ist außerdem bekannt, dass auch CSI: Miami nach zehn Jahren nicht fortgesetzt wird. In diesem Fall habe ich zwar schon vor Jahren aufgehört zuzusehen, als ich endlich wusste, wie man eine Sonnenbrille ordnungsgemäß auf- und absetzt, bedaure für die vielen Fans allerdings, dass es hier zu keinem vernünftigen Schluss kommen wird. Als CBS die Absetzung bekanntgab, war das, was nun die letzte Folge bleiben wird, schon seit einem Monat ausgestrahlt. Das ist unbefriedigend und weder den Machern noch den Zuschauern langjähriger Erfolgsserien gegenüber fair, aber beim skrupellosen Gesamtmarktführer CBS leider gewohnte Praxis. Auf die gleiche lieblose Weise hatte CBS vor einigen Jahren auch die Dauerbrenner Für alle Fälle Amy und Without A Trace entsorgt.

Für RTL bricht damit der Rest seines verbliebenen Dienstagsprogramms weg, für ProSieben der verlässlichste Part des Mittwochs. Wie die Sender die baldigen Lücken stopfen wollen, ist offen. Weder erweckten sie jüngst den Eindruck übermäßiger Produktionswütigkeit, was eigene Serien angeht, noch gab sich irgendwer die Mühe, Nachfolger aus den USA aufzubauen. Was von dort nachkam, wurde oft ungeduldig in die Nächte oder feige zu den hauseigenen Kleinstsendern RTLnitro bzw. Sixx abgeschoben. Man muss aber auch einräumen, dass der Nachschub weniger wurde. Zwei der jetzt zu Ende gehenden Serien, House und die Housewives, starteten in der US-Saison 2004/05, einer ungewöhnlich guten Saison, die auch Grey’s Anatomy, CSI: NY und Boston Legal hervorbrachte und damit so viele Dauerbrenner wie kaum eine Saison vorher oder danach. Die letzte vergleichbare war 1994/95 mit den Starts von Friends, Emergency Room, Chicago Hope und Ein Hauch von Himmel.

Sich einfach wieder bei Vox zu bedienen wie bei CSI: Miami und CSI kommt für RTL diesmal kaum infrage. CSI: NY ist dafür längst nicht mehr erfolgreich genug und wird vermutlich nächstes Jahr um diese Zeit ebenfalls eingestellt, und die anderen Krimis laufen dort allenfalls mit Marktanteilen, die für Vox schon lediglich zufriedenstellend sind. Was dazukommt: Auf die Serien, die der zuverlässige Krimilieferant CBS inzwischen produziert und ins RTL-Format passen würden, hat RTL keinen Zugriff, seit ProSiebenSat.1 einen exklusiven Output-Deal mit CBS Studios geschlossen hat, der gerade erst verlängert wurde. Navy CIS und The Mentalist z.B. sind CBS-Serien, über die RTL jetzt vermutlich sehr glücklich wäre, die aber erfolgreich bei Sat.1 laufen.

ProSieben könnte dank dieses Paketdeals zwar problemlos auf haufenweise Krimis zugreifen, bräuchte zwischen Vampiren und Übernatürlichem aber eigentlich eher leichtere, frauenaffinere Serien und Comedys. So etwas wie Modern Family oder Nurse Jackie. Zu blöd, dass ausgerechnet diese beiden RTL gehören und bei RTLnitro versteckt werden.

Vielleicht können sich die Sendergruppen ja auf dem Schulhof treffen und ein Tauschgeschäft abwickeln.


text Wo der Hammer auf Holz trifft
Tue, 24 Apr 2012 10:35:10 +0000

Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft, dann ergibt das Sonya Kraus und irgendwas über Heimwerker. In Hart aber fair beschäftigte sich Frank Plasberg gestern mit der Frage: „Wissen, wo der Hammer hängt – was treibt die Deutschen in den Baumarkt?".

Angesichts des großen Erfolgs (7,9 Prozent Marktanteil bei allen Zuschauern, 3,4 Prozent bei den Jüngeren – das sind noch höhere Zahlen als bei Gottschalk live) soll es in den kommenden Wochen um die folgenden relevanten Politthemen gehen:

  • Wo es um die Wurst geht — was treibt die Deutschen zum Metzger?
  • Wissen, wo der Bär steppt — was treibt die Deutschen in den Zoo?
  • Sag es durch die Blume — was treibt die Deutschen zum Floristen?
  • Wissen, wo die Post abgeht — was treibt die Deutschen zum Briefkasten?
  • Wissen, wo der Barthel den Most holt  — was treibt die Deutschen nur dazu, sich das Fernsehprogramm schönsaufen zu müssen?

text In Memoriam Dick Clark
Thu, 19 Apr 2012 11:07:41 +0000

Irgendwie galt Dick Clark immer noch als jugendlicher Moderator, selbst als er schon über 80 war und den traditionellen Countdown zum neuen Jahr nur noch mit deutlichen Sprachstörungen nach einem Schlaganfall herunterzählen konnte. Seit 40 Jahren hatte Dick Clark jedes Jahr im amerikanischen Fernsehen live vom Times Square in New York das neue Jahr eingeläutet, zuletzt vor knapp vier Monaten, und obwohl die Sendung seit sechs Jahren in erster Linie von Ryan Seacrest moderiert wurde, hieß sie weiterhin „Dick Clark’s New Year’s Rockin’ Eve" - und wird diesen Titel vermutlich weiter behalten.

Dick Clark war 26, als er die Musiksendung American Bandstand 1956 übernahm, die er die folgenden 33 Jahre moderierte und so die Musikszene im Allgemeinen prägte. Anfangs traten Little Richard, Paul Anka oder Chuck Berry in dieser Show auf, Jahrzehnte später Madonna, a-ha oder Prince. Oder kurz: Im Wesentlichen alle. Das Fernsehen prägte er ohnehin. Als Moderator weiterer Shows und Produzent vieler Preisverleihungen blieb er bis zum Schluss eine wichtige Größe für die amerikanische  TV-Branche, die heute um Dick Clark trauert, der im Alter von 82 Jahren gestorben ist.


text Gottschalk aus
Wed, 18 Apr 2012 14:18:35 +0000

Ich unterbreche die Stille hier nur ungern, aber Thomas Gottschalks Vorabendshow Gottschalk live wird abgesetzt und endet am 7. Juni. Das haben die Intendaten entschieden, teilte die ARD eben mit.

Da die Erklärungen für das Ende der Show hier ja schon seit Monaten standen, ist ein ausführlicher Nachruf wohl nicht mehr nötig.


text Sat.1 ist blöd
Wed, 28 Mar 2012 15:06:13 +0000

Das ist nicht mal patzig gemeint. Wer so agiert, wie Sat.1 in Sachen Harald Schmidt Show, kann nur blöd sein. Der Sender stellt die Sendung ein, sie läuft Anfang Mai zum letzten Mal.

Harald Schmidt war schon in der ARD bis 2011 kein Quotenerfolg, erst recht nicht beim vom Privatfernsehen umworbenen jungen Publikum. Gut, die alte Harald Schmidt Show in Sat.1 war in zwei von acht Jahren ganz gut gelaufen, aber wollte man ernsthaft diese Zahlen als Richtwert nehmen? Zahlen aus einer Zeit, als die großen Erfolge von Sat.1 Der Bulle von Tölz und das alphateam waren? Sat.1 musste wissen, dass es sich mit dem Rückkehrer Schmidt keinen Heils- und Quotenbringer an Land zieht. Der Sender kann unmöglich so blauäugig gewesen sein, zu glauben, die neue Harald Schmidt Show werde von Beginn an ein Erfolg, nur weil sie jetzt wieder bei einem anderen Sender zu sehen ist. Es kann bei der Verpflichtung von Harald Schmidt doch eigentlich nur ums Image gegangen sein.

Und deshalb ist Sat.1 blöd, wenn sie nach nicht einmal einem Jahr schon wieder den Stecker ziehen. Und wenn sie ernsthaft geglaubt hatten, Schmidt würde ihren Marktanteil steigern, dann sind sie auch blöd. So oder so: Sie sind also blöd.

Die einzige verbleibende klassische Late-Night-Show im deutschen Fernsehen ist damit TV total mit Stefan Raab. Ausgerechnet der Retter des Genres Samstagabendshow hält auch dieses Genre am Leben.

Was wird jetzt aber aus Harald Schmidt? Eine andere Sendung als eine Late-Night-Show wollte er nicht mehr machen und kann sich auch niemand mehr mit ihm vorstellen. Und welcher Sender sollte sich jetzt noch eine Harald-Schmidt-Show leisten wollen, wenn sogar für Sat.1 die Quoten zu schwach sind? Vielleicht war’s das jetzt endgültig mit Harald Schmidt am späten Abend.

Blöd.


text Zahlen, die länger als 24 sind
Sat, 24 Mar 2012 16:47:42 +0000

Jack Bauer hat jetzt Höhenangst.

Touch, die neue Serie mit Kiefer Sutherland, versucht einen ganz anderen Kiefer Sutherland zu zeigen als im Rastlos-Thriller 24: Einen mit Ängsten, einen sensiblen Vater, einen einfachen Gelegenheitsarbeiter. Das gelingt auch ganz gut, bis dieser Martin Bohm, den Kiefer Sutherland spielt, anfängt sich zu prügeln oder seinem Gegenüber erklärt, er könne ihm das jetzt nicht erklären, er müsse ihm einfach vertrauen.

Dennoch hat Touch so gut wie gar nichts mit 24 gemeinsam. Touch ist im Kern eine Heile-Welt-Serie mit der Botschaft, dass am Ende alles gut wird, wenn wir uns nur richtig anstellen. Und das geht so: Der autistische elfjährige Sohn von Jack-Martin Bauerbohm schreibt permanent Zahlen auf, die für den Vater zwar keinen Sinn ergeben, denen er aber zu folgen versucht, indem er sich das ein oder andere erschließt. Das tut er zum Beispiel über Zahlenkombinationen, die wie eine Telefonnummer aussehen. Wir lernen: Die Telefonnummern-Rückwärts-Suche ist eine der nützlichsten Funktionen, um Leben zu retten. Denn Leben werden auch in dieser Serie gerettet. Oder zumindest zum Positiven verändert. Das geschieht vor allem durch das Aufeinandertreffen von an sich unbedeutenden Ereignissen, die wie zufällig geschehen, die von dem autistischen Jungen aber vorgesehen werden, weil er die Begabung hat, den Zahlencode des gesamten Universums entschlüsseln zu können. Natürlich.

Man muss das ja nicht unbedingt glauben. Wir haben 24 schließlich auch nicht geglaubt. Oder Schweinchen Dick.

Die Serie besteht vor allem aus vielen kleinen, abwechselnd erzählten Episoden innerhalb der einzelnen Folgen: Von überall auf der Welt werden Geschichten gezeigt, deren Berührungspunkte im Lauf der Episoden erkennbar werden. Dieser Teil erinnert ein bisschen an Heroes, eine Serie, hinter der ebenfalls Tim Kring steckte, der auch Touch erfand. Dass Kiefer Sutherland loszieht, um die Zukunft zu verändern, nachdem ein stummer Junge ihm nur undeutliche Hinweise gegeben hat, erinnert dagegen eher an eine Mischung aus Zurück in die Vergangenheit und Lassie.

Ungewöhnlich an der Serie ist der Ausstrahlungsmodus. Die Pilotfolge hat ProSieben schon einzeln vor einem Monat gezeigt und wiederholt sie am Sonntagabend um 23.40 Uhr noch einmal. Die weiteren Episoden, die erst donnerstags in den USA zum ersten Mal gezeigt werden, laufen vier Tage später montags um 21.10 Uhr schon synchronisiert auf ProSieben. Da fragt man sich doch: Ach, das geht? Warum ist der Normalfall dann, dass wir in Deutschland ein Jahr warten müssen, bis eine Serie auch uns erreicht? Schon deshalb wären der Serie und damit diesem Modell gute, hohe Zahlen zu wünschen, damit es Nachahmer findet. Dann hätte der stumme Junge sogar das Leben von uns Fernsehjunkies zum Positiven verändert.


text Touch
Sat, 24 Mar 2012 16:39:46 +0000

Seit 2012 (ProSieben). US-Fantasyserie von Tim Kring („Touch"; seit 2012)

Der elfjährige Jake (David Mazouz) spricht zwar nicht und will auf gar keinen Fall angefasst werden, schreibt aber den ganzen Tag Zahlen auf. Weil das auch das Jugendamt merkwürdig findet und Jakes Vater Martin Bohm (Kiefer Sutherland) dafür verantwortlich macht, versucht die Sozialarbeiterin Clea Hopkins (Gugu Mbatha-Raw), dem Witwer Martin den Jungen wegzunehmen und in einer geschlossenen Erziehungsanstalt unterzubringen. Der Junge entkommt aber ständig. Als Martin erst einmal herausgefunden hat, dass die Zahlen etwas zu bedeuten haben, folgt er ihnen. Er erschließt sich aus den Zahlenkombinationen Telefonnummern, Namen und Adressen und sucht immer wieder Orte und Personen auf, ohne zu wissen, warum eigentlich. Wie durch Zufall verhindert er auf diese Weise ein ums andere Mal großes Unglück. Wenn Martin nicht weiter weiß, wendet er sich an Professor Arthur Teller (Danny Glover), der sich mit Kindern auskennt, die sich mit Zahlen auskennen. Diese Ereignisse wiederum sind  mit anderen Ereignissen und Personen verknüpft, deren Leben dadurch auch um mehrere Ecken eine Wendung zum Besseren nimmt. Der Junge ist nämlich ein Mathematikgenie, das im ganzen Lauf des Universums wiederkehrende Zahlenmuster erkennt und um ihre Bedeutung weiß und dann nur noch seinen Vater durch stures Schreiben und Schweigen dazu bringen muss, das zu tun, was gut für die Welt ist.

Heroes-Erfinder Tim Kring dachte sich die komplizierte Alles-wird-gut-Geschichte aus. 24-Star Kiefer Sutherland sorgt zwar auch hier wieder dafür, dass am Ende alle gerettet werden, bekommt aber vorher die Chance, zur Abwechslung mal einen unsicheren Typen mit Ängsten und Schwächen zu spielen, der trotzdem immer ein bisschen wie Jack Bauer wirkt.

ProSieben zeigt die einstündigen Folgen montags um 21.10 Uhr, jeweils nur vier Tage nach der Erstausstrahlung im US-Fernsehen.


text Zurück in die Vergangenheit
Sat, 24 Mar 2012 16:30:24 +0000

1991–1994 (RTL). 96-tlg. US-Fantasyserie von Donald P. Bellisario („Quantum Leap"; 1989–1993).

Nach einem missglückten Experiment mit einer Zeitmaschine ist der Wissenschaftler Sam Beckett (Scott Bakula) in der Vergangenheit gefangen und kann lediglich innerhalb der letzten 30 Jahre in verschiedene Zeitabschnitte springen. Dabei schlüpft Sam in verschiedene Körper und hilft den Angehörigen der Person, in deren Körper er steckt, bevorstehende persönliche Katastrophen zu verhindern, ohne seine wahre Identität preisgeben zu können. Worum es genau geht, erfährt Sam von seinem Begleiter Al (Dean Stockwell), einer holographischen Erscheinung, die nur er sehen kann. Al versorgt Sam mit den wichtigsten, aber nicht mit allen Informationen über die Person, die er gerade ist. Das muss nicht immer ein Mann seines Alters sein, Sam findet sich auch regelmäßig in Rentner- oder Frauenkörpern wieder.

Die einstündigen Folgen liefen mittwochs um 19.20 Uhr. Erfinder Bellisario hatte zuvor bereits u.a. die Serie Magnum entwickelt.