feed2list lesezeichen · · · · · ·
   
CHIPlog
website CHIPlog
Der Blog von Thomas Pyczak - Chefredakteur des CHIP Magazin
text Welcher Schwarzmarkt-Dealer hat Ihre Daten
Wed, 28 Jan 2009 20:21:04 GMT

17 Millionen Datensätze wurden T-Mobile gestohlen – Namen, Adressen, Telefonnummern und Geburtsdaten. Das war Anfang Oktober zu lesen. Zwei Monate später bekam das Magazin „Wirtschaftswoche" 21 Millionen Datensätze von Bundesbürgern angeboten, illegal, versteht sich. Zusätzlich zu den Personendaten erhielten die Journalisten auch noch die Bankverbindungen mit Kontonummern und Bankleitzahlen. „Damit müssen im Extremfall drei von vier Haushalten in Deutschland fürchten, dass Geld von ihrem Girokonto abgebucht wird, ohne dass sie jemals eine Einzugsermächtigung erteilt haben – vielleicht sogar, ohne dass die Abbuchung bemerkt wird", umreißt die „Wirtschaftwoche" die Bedrohung.

FRÖHLICH FISCHEN CALLCENTER UND TROJANER. Wie kommt es zu dieser Daten-Anarchie? Eine Spur führt zu Callcentern, die im Auftrag von Konzernen wie Vodafone oder Deutsche Telekom Vertrieb und Kundenservice übernehmen. Die Callcenter wiederum beschäftigen Subunternehmer und Subsubunternehmer. Dass die Kontrolle über die Daten bei dieser Lösung irgendwie nachlässt, wundert wohl niemanden. Eine andere Spur führt ins Web. Offenbar finden sich immer noch genügend Arglose, die Phishing-Mails beantworten. Dazu kommen Trojaner und Keylogger, die sich auf schlecht gesicherten Computern einnisten und lautlos Informationen sammeln.

EIN LUKRATIVES MILLIARDENGESCHÄFT. In 2007 wurden deutsche Online-Banker durch Datendiebe um knapp 17 Millionen Euro erleichtert. Das ist die offizielle Zahl des Bundeskriminalamts, das den wahren Schaden deutlich höher einschätzt. Hinzu kommt der Missbrauch von EC- und Kreditkarten – statt der üblichen Posten wie Restaurantrechnungen werden plötzlich 3.000 Euro für den Kauf von Schmuck in Dubai oder Elektrogeräten in Hongkong abgerechnet. Betrugsversuche, die sich durchaus lohnen können: Illegale Datenhändler nehmen in Deutschland gerade mal sechs bis zehn Euro pro Kreditkartensatz. Auch für die Internet-Mafia kein ganz kleines Geschäft – weltweit elf Milliarden Euro Umsatz pro Jahr mit illegalen Datensatzdeals, schätzen Spezialisten.

NUR ANALOGE HANDSCHLAGGESCHÄFTE SIND NOCH SICHER. In der digitalen Welt hingegen sind die Aussichten, nicht betrogen zu werden, mäßig. Wie Sie sich aktuell optimal schützen können, lesen Sie regelmäßig in CHIP. Aber hundertprozentige Sicherheit ist ausgeschlossen; es sei denn, man bleibt völlig abstinent, was Kredit- und EC-Karten sowie Interneteinkäufe betrifft. Meine Kreditkartendaten etwa wurden letzten Sommer für unautorisierte Webeinkäufe und einen Shoppingbummel im Oman genutzt. Erschreckend lakonisch gaben sich die Fahnder der Kreditkartenfirma – dass Doppelgänger mit meinen Daten shoppen gehen, schien völlig normal. Mein Geld bekam ich zurück. Akte zu, nächster Fall.





feed text Die neue iPad-Edition der CHIP
Tue, 08 Feb 2011 10:44:34 GMT
text WikiLeaks: Wie geht es jetzt weiter?
Wed, 12 Jan 2011 11:07:23 GMT
text Spiegelreflex bald am Ende?
Tue, 26 Oct 2010 13:12:10 GMT
text Sind Sie bereit für die dritte Dimension?
Fri, 03 Sep 2010 08:25:10 GMT
text Und wie gefällt Ihnen Facebook?
Fri, 06 Aug 2010 14:19:43 GMT
text Und was treiben Ihre Kinder im Web?
Mon, 05 Jul 2010 08:10:10 GMT
text Gucken auch Sie die Fußball-WM in HD?
Wed, 09 Jun 2010 13:31:04 GMT
text Apple oder Amazon: Wer hat das beste E-Book?
Mon, 19 Apr 2010 07:22:33 GMT
text Zehn Wünsche an die Mobilfunkindustrie
Mon, 08 Mar 2010 11:06:07 GMT
text Wie gefällt Ihnen die neue CHIP?
Fri, 08 Jan 2010 13:31:38 GMT
text Ist E-Mail bald am Ende?
Mon, 26 Oct 2009 15:44:06 GMT
text Kriegt HDTV jetzt die Kurve?
Mon, 24 Aug 2009 09:44:18 GMT
text Was bringen Websperren wirklich?
Tue, 28 Jul 2009 12:41:04 GMT
text Führen Computerspiele zu Gewalt?
Mon, 06 Apr 2009 14:08:25 GMT
text Facebook: Wem gehören Community-Daten
Mon, 23 Feb 2009 14:00:54 GMT
text Ist das Web wichtiger als das Auto?
Wed, 28 Jan 2009 20:19:26 GMT

wenige Tage vor Weihnachten präsentierte Yahoo eine Studie, die die Rolle des Internets im Alltag der Nutzer beschreibt. Eigentlich keine große Sache, Internetstudien erscheinen ja im Stundentakt. Überraschende Ergebnisse erwartet wohl auch keiner mehr – die meisten Studien sind im Grunde Excel-basierte Heldenepen, die die Unvergleichlichkeit des World Wide Web besingen. Und letztlich stimmt das ja auch: In wenigen Jahren ist das Internet in den Kern unserer Gesellschaft vorgedrungen und beeinflusst massiv die Art, wie wir kommunizieren, shoppen, daten, spielen, lernen, arbeiten, Spaß haben. 1,5 Milliarden Menschen sind online, und nur wenige wünschen sich die gute alte Zeit zurück, in der wir alle happy offline waren.

DUSCHE – WEB – AUTO: Das Interessanteste an der Studie Yahoo Brilliant Survey ist die Antwort auf die Frage nach der Unverzichtbarkeit von Dingen im täglichen Leben der Deutschen. Aus der Yahoo-Pressemitteilung: „Auf Platz 1 landet die Dusche, gefolgt von Kühlschrank, Toilette und Waschmaschine. Das Web folgt immerhin auf Platz 5 und liegt damit noch vor Herd, Auto, Fern-seher, Föhn und Bügeleisen." Ein spannendes Ranking. Dass das Web als Universalmedium den Fernseher oder auch die Zeitung abhängt, ist nicht neu und einleuchtend – ich kann ja auch im Internet News finden oder Video/TV sehen. Web oder Dusche? Web oder Auto? Knifflig. Schauen wir mal auf die Begründung.

DIE WICHTIGSTE ERFINDUNG UNSERER ZEIT: Das Web wird laut der Yahoo-Studie vor allem dazu
genutzt, „um mit der Familie und Freunden in Kontakt zu bleiben". E-Mail ist die Nummer-eins-
Anwendung, dicht gefolgt von der Suche. Insgesamt habe das Internet das Leben einfacher gemacht und kommt damit auf Platz 1 im Ranking der herausragendsten Erfindungen und Entdeckungen unserer Zeit. Tja, werden Sie vielleicht denken, ob 33.000 westeuropäische Yahoo-Nutzer, darunter knapp 6.000 Deutsche, das beurteilen können? Ich meine schon. Letztlich geht es ja mehr um ein Stimmungsbild: Welchen Wert hat das Internet im Alltag der Menschen? Und dass das Web der Deutschen liebstes Kind, das Auto, abgehängt hat, finde ich bemerkenswert und beeindruckend –auch wenn mein persönliches Ranking der unverzichtbaren technischen Dinge des täglichen Lebens etwas anders ausfallen würde.




text Wer hat sich schon an Spam gewöhnt
Mon, 24 Nov 2008 10:34:10 GMT

Um die in der Headline gestellte Frage gleich selbst zu beantworten: Ich habe mich an Spam gewöhnt. Schleichend. Wie an meinen ständig mit Werbung, Flyern oder Regionalpostillen vollgestopften Briefkasten. Von dort geht es direkt zur Papier-Mülltonne; das gleiche Spiel in Outlook: Trotz Filter wird mehrmals täglich Spam gelöscht. Eigentlich müsste ich mega genervt sein. Vorbei. Irgendwann habe ich mich sogar dabei erwischt, Spam beseitigen als meditativ und angenehm zu empfinden. Pervers, schon klar.

27 von 28 Geschäftsmails sind Spam. Diese Zahl ermittelte IT-Sicherheitsdienstleister Sophos Mitte des Jahres. Lakonischer Kommentar: „Der Anteil der Spammails am gesam­ten geschäftlichen Mailaufkommen stieg damit gegenüber dem ersten Quartal 2008 von 92,3 Prozent auf 96,5 Prozent an." Auch Sophos hat sich an Spam gewöhnt. Verständlich: Je mehr Spam, desto leichter lässt sich Sicherheit verkaufen. Wir reden übrigens von mehr als 100 Milliarden nervtötenden Werbenachrichten pro Tag. Und obwohl nur jede 12,5-millionste Spammail einen Kauf bewirkt, verdienen Spammer damit mehr am Tag als die meisten Deutschen im Monat, und zwar rund 7.000 Dollar. Behauptet eine US-Studie.

Spamaufkommen nach Provider-Abschaltung halbiert. Diese Schlagzeile fand sich Mitte November bei den Kollegen von winfuture.de. Die Meldung in Auszügen: „Die Schließung eines US-amerikanischen Providers hat zu einer deutlichen Reduzierung des Spamaufkommens geführt … Nach Angaben mehrerer Sicherheitsdienstleister ging die Zahl der verschickten Spammails um rund 50 Prozent zurück, nachdem McColo aus dem Netz verschwand." Den Stecker hatten übrigens McColos Backbone-Provider gezogen, um die kriminellen Machenschaften zu beenden.

McColo sei doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, raunen Fachleute. Spammer fänden schnell immer wieder neue Provider, wenn nicht in den USA, dann in Asien oder Osteuropa. Viagra und Penisverlängerung forever? Scheint so. Ein Glück, dass wir uns an Spam gewöhnt haben. Haben wir?




Die Idee ist klasse, auch wenn viele Versuche, sie umzusetzen, kläglich scheiterten: Statt vieler Bücher aus Papier EIN elektronischer Reader, der jedes beliebige Buch zu lesen erlaubt. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober waren E-Books ein Riesenthema. Und auf einmal zittert der Buchhandel, die Kunden sind neugierig, und Amazon-Chef Jeff Bezos sieht „eine neue Zukunft des Lesens". Nicht weiter überraschend, denn Amazon bietet mit dem Kindle den erfolgreichsten Vertreter dieser neuen Medienart – seit Markteinführung vor einem Jahr ca. 500.000 verkaufte Geräte in den USA.

Das Lesen steht vor einer Revolution. Wie Amazons Kindle wird auch Sonys neuer PRS-505-Reader bald in Deutschland erhältlich sein. Beide sind etwa so groß und schwer wie ein Taschenbuch, beide arbeiten mit lesefreundlicher und stromsparender E-Ink. Die elektronische Tinte bildet den Text augenschonender ab als ein herkömmlicher TFT. Sie kann aber nur schwarz-weiß darstellen und benötigt Licht; Lesen im Dunkeln ist unmöglich. Anders als die Amerikaner haben die Japaner ihr Gerät nicht via Mobilfunk an eine spezielle Datenbank geknüpft, um Romane, Sach- oder Fachbücher, Magazine oder Tageszeitungen, Blogs oder Wikipedia-Artikel herunterzuladen. Sonys Reader benötigt einen PC dafür. Amazon setzt auf ein geschlossenes System, bietet rund 170.000 Bücher an, Sony sucht die Anbindung an Datenbanken von Verlagshäusern.

Tschüss Buch, Hallo Reader. Kindle & Co. sind genial für Reisen, für Schule oder Stu­dium. Handlich. Durchsuchbar nach Stichworten. Eigene Anmerkungen im Text möglich. Umzüge mit kaum tragbaren Bücherkartons? Vergangenheit! Kindle wiegt 300 Gramm und speichert rund 200 Bücher. Doch es gibt auch Nachteile: einmal Kindle, immer Kindle. Gekaufte E-Books lassen sich weder verkaufen noch exportieren, und ob ich sie in 10, 20, 100 Jahren noch problemlos lesen kann – wer weiß? Aber: Dass E-Books die guten, alten P-Books auch noch in der Disziplin Universalität schlagen, hat wohl niemand ernsthaft erwartet. Oder wollen Sie in der Gutenberg-Bibel aus dem 15. Jahrhundert digital blättern?




text Wollen auch Sie aufs E-Book umsteigen
Thu, 06 Nov 2008 10:03:59 GMT

Die Idee ist klasse, auch wenn viele Versuche, sie umzusetzen, kläglich scheiterten: Statt vieler Bücher aus Papier EIN elektronischer Reader, der jedes beliebige Buch zu lesen erlaubt. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober waren E-Books ein Riesenthema. Und auf einmal zittert der Buchhandel, die Kunden sind neugierig, und Amazon-Chef Jeff Bezos sieht „eine neue Zukunft des Lesens". Nicht weiter überraschend, denn Amazon bietet mit dem Kindle den erfolgreichsten Vertreter dieser neuen Medienart – seit Markteinführung vor einem Jahr ca. 500.000 verkaufte Geräte in den USA.

Das Lesen steht vor einer Revolution. Wie Amazons Kindle wird auch Sonys neuer PRS-505-Reader bald in Deutschland erhältlich sein. Beide sind etwa so groß und schwer wie ein Taschenbuch, beide arbeiten mit lesefreundlicher und stromsparender E-Ink. Die elektronische Tinte bildet den Text augenschonender ab als ein herkömmlicher TFT. Sie kann aber nur schwarz-weiß darstellen und benötigt Licht; Lesen im Dunkeln ist unmöglich. Anders als die Amerikaner haben die Japaner ihr Gerät nicht via Mobilfunk an eine spezielle Datenbank geknüpft, um Romane, Sach- oder Fachbücher, Magazine oder Tageszeitungen, Blogs oder Wikipedia-Artikel herunterzuladen. Sonys Reader benötigt einen PC dafür. Amazon setzt auf ein geschlossenes System, bietet rund 170.000 Bücher an, Sony sucht die Anbindung an Datenbanken von Verlagshäusern.

Tschüss Buch, Hallo Reader. Kindle & Co. sind genial für Reisen, für Schule oder Stu­dium. Handlich. Durchsuchbar nach Stichworten. Eigene Anmerkungen im Text möglich. Umzüge mit kaum tragbaren Bücherkartons? Vergangenheit! Kindle wiegt 300 Gramm und speichert rund 200 Bücher. Doch es gibt auch Nachteile: einmal Kindle, immer Kindle. Gekaufte E-Books lassen sich weder verkaufen noch exportieren, und ob ich sie in 10, 20, 100 Jahren noch problemlos lesen kann – wer weiß? Aber: Dass E-Books die guten, alten P-Books auch noch in der Disziplin Universalität schlagen, hat wohl niemand ernsthaft erwartet. Oder wollen Sie in der Gutenberg-Bibel aus dem 15. Jahrhundert digital blättern?




text Wollen auch Sie aufs E-Book umsteigen?
Thu, 06 Nov 2008 10:03:59 GMT

Die Idee ist klasse, auch wenn viele Versuche, sie umzusetzen, kläglich scheiterten: Statt vieler Bücher aus Papier EIN elektronischer Reader, der jedes beliebige Buch zu lesen erlaubt. Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober waren E-Books ein Riesenthema. Und auf einmal zittert der Buchhandel, die Kunden sind neugierig, und Amazon-Chef Jeff Bezos sieht „eine neue Zukunft des Lesens". Nicht weiter überraschend, denn Amazon bietet mit dem Kindle den erfolgreichsten Vertreter dieser neuen Medienart – seit Markteinführung vor einem Jahr ca. 500.000 verkaufte Geräte in den USA.

Das Lesen steht vor einer Revolution. Wie Amazons Kindle wird auch Sonys neuer PRS-505-Reader bald in Deutschland erhältlich sein. Beide sind etwa so groß und schwer wie ein Taschenbuch, beide arbeiten mit lesefreundlicher und stromsparender E-Ink. Die elektronische Tinte bildet den Text augenschonender ab als ein herkömmlicher TFT. Sie kann aber nur schwarz-weiß darstellen und benötigt Licht; Lesen im Dunkeln ist unmöglich. Anders als die Amerikaner haben die Japaner ihr Gerät nicht via Mobilfunk an eine spezielle Datenbank geknüpft, um Romane, Sach- oder Fachbücher, Magazine oder Tageszeitungen, Blogs oder Wikipedia-Artikel herunterzuladen. Sonys Reader benötigt einen PC dafür. Amazon setzt auf ein geschlossenes System, bietet rund 170.000 Bücher an, Sony sucht die Anbindung an Datenbanken von Verlagshäusern.

Tschüss Buch, Hallo Reader. Kindle & Co. sind genial für Reisen, für Schule oder Stu­dium. Handlich. Durchsuchbar nach Stichworten. Eigene Anmerkungen im Text möglich. Umzüge mit kaum tragbaren Bücherkartons? Vergangenheit! Kindle wiegt 300 Gramm und speichert rund 200 Bücher. Doch es gibt auch Nachteile: einmal Kindle, immer Kindle. Gekaufte E-Books lassen sich weder verkaufen noch exportieren, und ob ich sie in 10, 20, 100 Jahren noch problemlos lesen kann – wer weiß? Aber: Dass E-Books die guten, alten P-Books auch noch in der Disziplin Universalität schlagen, hat wohl niemand ernsthaft erwartet. Oder wollen Sie in der Gutenberg-Bibel aus dem 15. Jahrhundert digital blättern?