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Börse Frankfurt News

9. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nur noch eine Woche und die diesjährige Karnevals-Saison steuert auf ihren Höhepunkt zu. Alaaf und Helau heißt es jedoch schon jetzt auf dem Börsenparkett. Denn seit dem Jahreswechsel steigt die Stimmung unter den Anlegern nahezu täglich. Der fulminante Jahresstart mit einem Plus von rund 800 Punkten etwa beim DAX hat wohl die allermeisten Anleger überrascht und Investoren euphorisiert. Eine gewisse Nähe zum Karneval liegt also nicht nur zeitlich vor.

Doch während beim „Närrischen Treiben“ das Ende zum Aschermittwoch genau so klar benannt ist wie der Startzeitpunkt am 11.11. um 11 Uhr 11, ist es an der Börse höchst ungewiss, wie lange die Party anhält bzw. wie weit der Aufstieg noch reicht, gemessen in Indexpunkten.

Um der Antwort auf diese Frage näher zu kommen, ist es wichtig, die Antriebsfedern der Hausse zu identifizieren. Sicherlich kommt die vielfach besser als befürchtete Konjunktur ebenso zum Tragen wie eine generelle erhöhte Investitionsbereitschaft zu Jahresbeginn. Auch wirken verschiedene positive Unternehmensdaten sowie Hoffnungen auf Lösungen in der Schuldenthematik. Doch der wichtigste Treiber ist sicherlich die als „Medizin“ für das Schuldenproblem gedachte umfangreiche Liquidität, die in die Märkte strömt und auf die Investoren einen gewissen Investitionsdruck ausübt. Vor dem Hintergrund der niedrigen Leitzinsen und der großen Unsicherheit bei einigen Staatsanleihen steigt somit die relative Attraktivität der Aktien.

Die anziehenden Kurse wiederum lösen weitere positive Signale in den Chartbildern aus und das ist ein weiteres Argument für die „Bullen“ auf dem Parkett. Der eben genannte Anlagedruck erhöht sich ebenso. Denn all diejenigen, die im Auftrag Dritter Gelder verwalten (und diese Klientel macht nun mal einen großen Teil der Anlegerschaft aus), sind mit jedem Punktanstieg im DAX bei einer Unterinvestition mit mehr Fragen aus der eigenen Kundschaft konfrontiert, warum denn bitte diese Performance nicht vollumfänglich mitgenommen wird, oder um es im eingangs genannten Bild auszudrücken, warum die „Party verpasst“ wird.

Somit erleben wir dieser Tage ein Musterbeispiel einer Hausse, welche die Hausse nährt. Dabei sein macht Sinn, doch ist die Frage nach dem Ende der Fahnenstange durchaus berechtigt.

Jede Näherung an die Antwort auf diese Frage über die reinen Indexstände respektive die korrespondierenden Bewertungsrelationen hilft nur bedingt weiter. Denn es ist nun mal keine Aufschwungsphase, die primär von Unternehmensdaten geprägt ist, sondern eine Liquiditätshausse, die von Geld und Stimmung getragen ist. Geld wird weiter massiv zur Verfügung gestellt werden, aus diesem Kreislauf kommen die Notenbanken so schnell nicht raus. Aber die Stimmung kann sich schnell drehen, wenn ein externer Schock die Märkte trifft.

Ein großer Rückschlag in der Staatsschuldenkrise mit einer oder gar mehrerer ungeordneter Insolvenzen von „Problemstaaten“ wäre so ein Anlass. Ebenso eine kriegerische Auseinandersetzung in Nahost, was kein abwegiges Szenario ist, aber auch vielen Anlegern kaum präsent scheint. Überraschend und wirkungsvoll wäre auch eine Abkehr der Notenbanken von der Politik des billigen Gelds, wenn sich zuvor die Inflation stark erhöht.

Was auch immer passiert: Es spricht einiges dafür, dass der momentane Trend nicht seicht, sondern eher abrupt gestoppt wird. Dies jedoch scheint kein Szenario für die ganz nahe Zukunft sein. Das wiederum eröffnet die Chance, dass zumindest Börsianer über den Aschermittwoch hinaus von berauschten Gefühlen ergriffen sind

© 9. Februar 2012/Roger Peeters

*Roger Peeters ist Vorstand der Close Brothers Seydler Research AG, einer Tochter der Close Brothers Seydler Bank. Zuvor leitete Peeters viele Jahre die Redaktion der 'Platow Börse' und beriet den von ihm konzipierten DB Platinum III Platow Fonds. 2008 erschien von ihm 'Finde die richtige Aktie - ein Profi zeigt seine Methoden' im Finanzbuchverlag. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt.

Dieser Artikel gibt die Meinung des Autors wieder, nicht die der Redaktion von boerse-frankfurt.de. Sein Inhalt ist die alleinige Verantwortung des Autors.


9. Februar 2012. FRANKFURT. Freundlich gestimmte Investoren sorgen im Handel mit Auslandsaktien für robuste Umsätze. Überwiegend erfreuliche Unternehmenszahlen, eine anspringende US-Konjunktur und das Versprechen der US-Notenbank bei Bedarf den Geldbeutel zu öffnen haben aus Sicht von Walter Vorhauser für neue Höchststände insbesondere an den US-Aktienbörsen geführt. „Die Amerikaner haben es vorgemacht und die europäischen Börsen ziehen nach“, beobachtet der Händler der Close Brothers Seydler Bank. „Anleger scheinen zudem die ungelöste Griechenlandfrage zunehmend gelassener zu nehmen.“

„Die häufig besser als erwarteten Ergebnisse der Konzerne verbunden mit überwiegend positiven Ausblicken lassen Griechenland etwas in den Hintergrund rücken“, bestätigt Jan Vrbsky von der Baader Bank. Auch sei die deutliche Erholung des Euro ein gutes Zeichen. Selbst US-Medien, die zuletzt vor Engagements in europäischen Konzernen eher gewarnt hätten, seien umgeschwenkt. „Es ist wieder hoffähig, sich europäische Aktien ins Depot zu legen“, fasst der Händler zusammen.

Gelungener Jahresauftakt für Disney

Gut besuchte Freizeitparks und immer mehr Reisende auf den beliebten Kreuzfahrtschiffen bescherten der Walt Disney Company (WKN 855686) einen überzeugenden Start ins neue Geschäftsjahr. Der Umsatz ist im ersten Quartal 2012 zwar lediglich um 1 Prozent auf 10,8 Milliarden US-Dollar gewachsen, beim Gewinn steht mit 1,5 Milliarden US-Dollar aber ein Plus von 12 Prozent. „Disney hat erfolgreich an der Kostenschraube gedreht“, weiß Vorhauser. Neben den Freizeitparks in den USA hätten die Anlagen in Asien und auch Europa geboomt und die zugehörigen Hotels gefüllt. „Bei Disneyland nahe Paris drückt der Schuh etwas aufgrund gestiegener Lohnkosten“, erklärt der Händler, der zudem die jüngste Beteiligung am indischen Unternehmen UTV als gelungenen Schachzug bezeichnet. Rückläufig sei auch das Geschäft mit Videospielen, das mit 279 Millionen US-Dollar 20 Prozent weniger eingespielt hätte. Die Aktie hat zunächst mit leichten Verlusten reagiert und steht am heutigen Donnerstag mit 31,20 Euro weiterhin stabil auf einem recht hohen Niveau.

Visa profitiert von gestiegener Kauflaune

Gut liefen die Geschäfte im ersten Quartal 2012 hingegen beim Kreditkartenanbieter Visa (WKN A0NC7B). WIe Mastercard (WKN A0F602) und American Express (WKN 850226) hat auch der Marktführer von der Kauflust seiner Kunden profitiert. Unterm Strich 1 Milliarde US-Dollar und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum konnte das US-Unternehmen einnehmen. „Ein positives Signal für Börsianer ist zudem der Rückkauf eigener Aktien in Höhe von 500 Millionen US-Dollar“, berichtet Vrbsky. Ein zuletzt gestiegenes Verbrauchervertrauen insbesondere in den USA und ein starkes Auslandsgeschäft trage zu dem guten Ergebnis bei. „Visa macht 47 Prozent der Umsätze außerhalb Nordamerikas,“ weiß der Händler. Börsianer bedankten sich mit einem 2,5 Prozent festeren Aktienkurs von 83,90 Euro.

Statoil überzeugt mit satten Gewinnen

Hohe Öl- und Gaspreise sowie ein organischer Zuwachs der Förderquote bescheren Statoil (WKN 675213) ein sattes Plus. Dem größten europäischen Ölproduzenten ist mit einem Überschuss von umgerechnet 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 eine Gewinnverdopplung gelungen. „Darin enthalten sind aber die Verkäufe von Gasnetz-Anteilen und Ölsand-Projekten“, gibt Vorhauser an. Im eigentlichen Geschäft stehe ein Gewinnanstieg von 54 Prozent. Erfreulich laufe es für den norwegischen Staatskonzern zudem in den USA. „Brigham Exploration fährt mit der Förderung von Gas aus unkonventionellen Quellen gute Ergebnisse ein“, erklärt Vorhauser. Dieses Unternehmen habe Statoil erst Ende 2011 übernommen. Strategisch seien die Norweger ebenfalls auf einem guten Weg. „In Angola erhielt Statoil zwei neuen Lizenzen zur Förderung von Öl. Außerdem steigerte der Konzern dank neuer Funde in der Nordsee und im Barentssee seine Reserven.“ Der Aktienkurs ist um 2,5 Prozent auf 20,12 Euro geklettert.

Cisco mit deutlichem Gewinnsprung

Überraschend viel umsetzen konnte auch Cisco Systems (WKN 878841) im zweiten Quartal 2012. Die anhaltend hohe Nachfrage nach seiner Technik hat dem weltgrößten Netzwerk-Ausrüster eine Umsatzsteigerung von 11 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar gebracht. Beim Gewinn steht ein sattes Plus von 44 Prozent. „Cisco hat mit Erfolg seine Kosten deutlich eingedämmt,“ berichtet Vrbsky. Der US-Riese habe im vergangenen Jahr ein Sparprogramm inklusive der Entlassung von rund 11.000 Mitarbeitern, aufgelegt. Börsianer belohnten Cisco mit einem Anstieg des Aktienkurses von 1 Prozent auf 15,39 US-Dollar.

Credit Suisse bricht ein

Zwischenzeitlich rund 3 Prozent ins Minus rutschte die Aktie von Credit Suisse (WKN 876800) nach Bekanntgabe hoher Verluste für das Quartal 2011. Bei einem Stand von 20,50 Euro am Donnerstagmorgen notiert das Schweizer Bankhaus immer 1,6 Prozent niedriger als am Vortag. Durch die Euro-Schuldenkrise und dem damit verbundenen Einbruch insbesondere beim Investmentbanking sei ein Minus von 637 Millionen Franken aufgelaufen. „Die Schweizer scheinen die gesamten Restrukturierungskosten in das vierte Quartal gesteckt zu haben“, bemerkt Vrbsky. Der Konzernumbau würde Credit Suisse rund 400 Millionen Franken kosten. Im Bereich Vermögensverwaltung sehe es indes mit Nettozuflüssen von etwa 7,6 Milliarden Franken gut aus. Aktionären werde eine Dividendenkürzung um 42 Prozent auf 75 Rappen im Vergleich zum Vorjahr nicht schmecken.

Vestas bricht ein

Wenig Freude bereiteten den Aktionären die derzeitigen Geschäfte von Vestas Wind Energy (WKN 913769). Mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz habe der dänische Windenergieanlagen-Hersteller das Umsatzziel von 6 Milliarden Euro verfehlt und insgesamt einen Verlust von 60 Millionen Euro eingefahren. „Vestas hat im vergangenen Jahr die Prognose zweimal nach unten angepasst“, bemerkt Vorhauser. Auch seien die Aussichten für das laufende Jahr mit Umsätzen zwischen 6,5 und 8 Milliarden Euro eher bescheiden. Auf der einen Seite hinkte das Unternehmen mit den Auslieferungen hinterher. Die betroffenen Projekte würden in diesem Jahr nur mit geringeren Deckungsbeiträgen abgewickelt werden können. „Am meisten zu schaffen machen den Dänen aber die vielerorts sinkenden Subventionen für Windenergie.“ Die Aktie hat zwischenzeitlich um 20 Prozent auf 7,60 Euro, den tiefsten Stand seit 2003, nachgegeben und sich im weiteren Verlauf auf 7,90 eingependelt.

© 9. Februar 2012 / Iris Merker


8. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In Griechenland nichts Neues: Zwar geben sich Politiker und Zentralbanker weiterhin alle Mühe zu signalisieren, eine Einigung im hellenischen Schuldendrama stehe unmittelbar bevor. Doch noch sind die Marathonverhandlungen um das umstrittene neue Sparpaket, die Voraussetzung für weitere Hilfskredite, in vollem Gange. Krisensitzungen wurden immer wieder verschoben. Genaues weiß man aber nicht. Einerseits ist die Rede davon, dass schon bald konkrete Ergebnisse zu erwarten seien. Andererseits wird in Brüssel zunehmend lauter über einen Rauswurf der reformmüden Griechen aus der Eurozone nachgedacht, wie jüngste Äußerungen hochrangiger Politiker nahelegen. Ein nach wie vor existierender Unsicherheitsfaktor, dem die TecDAX-Akteure im Berichtszeitraum jedoch keine sonderlich große Beachtung zu schenken sceinen.

Denn wie die aktuelle Erhebung zeigt, sind die mittelfristig orientierten Teilnehmer unseres Panels stimmungstechnisch wieder merklich aufgetaut: Der Bull/Bear-Index springt zurück auf sein in der zweiten Januarwoche markiertes Niveau. Dabei tat sich bei den Privatanlegern wenig: Sie hielten an ihrem bereits in der vorigen Woche bekundeten Optimismus fest. Für die Aufhellung im Sentiment zeichnen diesmal die institutionellen Investoren verantwortlich, die sich in der Vorwoche noch mehrheitlich skeptisch gaben. Ganze 12 Prozent von ihnen kehrten dem Bären-Camp den Rücken und wanderten allerdings nicht etwa überwiegend ins Bullenlager, sondern erst einmal an die neutrale Seitenlinie. Zwar gab es mit dem besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht sowie einigen rar gesäten Nachrichten aus dem Tech-Segment, etwa zufriedenstellende vorläufige Geschäftszahlen des Spezialmaschinenherstellers Singulus, im Berichtszeitraum tatsächlich die ein oder andere Positivmeldung. Doch das dürfte die Profianleger wohl kaum zum Umdenken, d.h. zur Abkehr von ihrer Skepsis motiviert haben. Ihnen wird es schlichtweg missfallen haben, dass der Technologie-Index zuletzt auf sein höchstes Kursniveau seit Anfang August 2011 zurückkehren konnte. Sie sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen.

Damit sind die zuletzt angehäuften Schieflagen nun wieder größtenteils bereinigt. Die aus diesem Bias-Abbau resultierende Antriebskraft hat sich also bereits entfaltet, was aber noch nicht das Ende der Fahnenstange für die Kursentwicklung des TecDAX bedeuten muss. Denn die institutionellen Marktteilnehmer sind ja nicht wieder eingestiegen, sondern lauern noch auf günstigere Kaufgelegenheiten, die sich ihnen bislang nicht boten.

Katrin Nink, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutralTotal
Private 48 % 26 % 26 % 46 %
Institutionelle 40 % 37 % 23 % 54 %
Total 44 % 32 % 24 % 100 %
ggü. letzter Erhebung + 3 % - 6 %+ 3 %

TecDax-Stimmungskurve

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8. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). In Griechenland nichts Neues: Zwar geben sich Politiker und Zentralbanker weiterhin alle Mühe zu signalisieren, eine Einigung im hellenischen Schuldendrama stehe unmittelbar bevor. Doch noch sind die Marathonverhandlungen um das umstrittene neue Sparpaket, die Voraussetzung für weitere Hilfskredite, in vollem Gange. Krisensitzungen wurden immer wieder verschoben. Genaues weiß man aber nicht. Einerseits ist die Rede davon, dass schon bald konkrete Ergebnisse zu erwarten seien. Andererseits wird in Brüssel zunehmend lauter über einen Rauswurf der reformmüden Griechen aus der Eurozone nachgedacht, wie jüngste Äußerungen hochrangiger Politiker nahelegen. Ein nach wie vor existierender Unsicherheitsfaktor, dem die TecDAX-Akteure im Berichtszeitraum jedoch keine sonderlich große Beachtung zu schenken sceinen.

Denn wie die aktuelle Erhebung zeigt, sind die mittelfristig orientierten Teilnehmer unseres Panels stimmungstechnisch wieder merklich aufgetaut: Der Bull/Bear-Index springt zurück auf sein in der zweiten Januarwoche markiertes Niveau. Dabei tat sich bei den Privatanlegern wenig: Sie hielten an ihrem bereits in der vorigen Woche bekundeten Optimismus fest. Für die Aufhellung im Sentiment zeichnen diesmal die institutionellen Investoren verantwortlich, die sich in der Vorwoche noch mehrheitlich skeptisch gaben. Ganze 12 Prozent von ihnen kehrten dem Bären-Camp den Rücken und wanderten allerdings nicht etwa überwiegend ins Bullenlager, sondern erst einmal an die neutrale Seitenlinie. Zwar gab es mit dem besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktbericht sowie einigen rar gesäten Nachrichten aus dem Tech-Segment, etwa zufriedenstellende vorläufige Geschäftszahlen des Spezialmaschinenherstellers Singulus, im Berichtszeitraum tatsächlich die ein oder andere Positivmeldung. Doch das dürfte die Profianleger wohl kaum zum Umdenken, d.h. zur Abkehr von ihrer Skepsis motiviert haben. Ihnen wird es schlichtweg missfallen haben, dass der Technologie-Index zuletzt auf sein höchstes Kursniveau seit Anfang August 2011 zurückkehren konnte. Sie sahen sich gezwungen, die Notbremse zu ziehen.

Damit sind die zuletzt angehäuften Schieflagen nun wieder größtenteils bereinigt. Die aus diesem Bias-Abbau resultierende Antriebskraft hat sich also bereits entfaltet, was aber noch nicht das Ende der Fahnenstange für die Kursentwicklung des TecDAX bedeuten muss. Denn die institutionellen Marktteilnehmer sind ja nicht wieder eingestiegen, sondern lauern noch auf günstigere Kaufgelegenheiten, die sich ihnen bislang nicht boten.

Katrin Nink, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutralTotal
Private 48 % 26 % 26 % 46 %
Institutionelle 40 % 37 % 23 % 54 %
Total 44 % 32 % 24 % 100 %
ggü. letzter Erhebung + 3 % - 6 %+ 3 %

TecDax-Stimmungskurve

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text Markttechnik: Korrektur wird kommen
Mittwoch, 08. Februar 2012

8. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Während das deutsche Aktienbarometer weiter nach oben klettert und zur Wochenmitte ein neues Sechs-Monats-Hoch erreichte, mahnen viele Charttechniker zur Vorsicht. Zwar habe der DAX wichtige Marken übersprungen, gebannt sei die Gefahr eines abermaligen Einbruchs aber keineswegs. Über dessen Ausmaß gehen die Meinungen auseinander. Anleger sind ohnehin ganz anderer Ansicht, wie die aktuelle Umfrage der Börse Frankfurt zeigt: Nach einem Stimmungstief in der Vorwoche ist der Optimismus deutlich gestiegen, die Bullen haben das Zepter wieder fest in der Hand.

Zwei Schritte vor, einer zurück

Für Sophia Wurm von der Commerzbank ist das technische Bild für den DAX zwar durchaus gut, kurzfristig sollte aber mit Rückschlägen gerechnet werden. Der Index befindet sich seit September 2011 in einer mittelfristigen Aufwärtsbewegung, wie Wurm erläutert. „Seit Mitte Dezember hat sich, ausgehend von einem Kursniveau von 5.640 Punkten, ein beschleunigter Aufwärtstrend ergeben, dessen Aufwärtstrendlinie derzeit bei etwa 6.550 liegt“, erläutert die Analystin.

Einerseits habe sich durch die Bewegung der vergangenen Wochen ein mittelfristig positives Gesamtbild herausgebildet, andererseits sei durch Kursgewinne von sieben Wochen in Folge eine kurzfristig überkaufte Lage entstanden. „Als Konsequenz sollte mit Blick auf die kommenden Handelstage eine kurzfristige Konsolidierung nicht überraschen.“ Aus mittelfristiger technischer Sicht deute sich weiterhin ein Test der nächsten Widerstandszone bei 6.800 bis 7.000 Punkten an. „Hierbei sollte eine Abschwächung des zuletzt sehr hohen Aufwärtsmomentums einkalkuliert werden.“

Keine neue Hausse

Christian Henke von der WestLB ist pessimistischer: Zwar habe der DAX zuletzt entscheidende Marken übersprungen und sogar die wichtige Trendgerade bei 6.200 Punkten und die Widerstandslinie bei 6.500 überwunden. Dennoch steht das Aktienbarometer Henke zufolge nicht am Beginn einer Hausse. „Erst wenn der DAX Ende Februar nachhaltig über der genannten Widerstandslinie schließt, liegen auf allen Zeitebenen Kaufsignale vor.“

Fall auf Septembertief möglich

Im Moment spreche aber einiges gegen einen weiteren Vormarsch, etwa seien die neuen DAX-Höchststände nicht durch neue Hochs beim Momentum bestätigt worden. „Auf Wochenbasis ist der heimische Leitindex deutlich überkauft.“ Auch sei der gleitende Durchschnitt der vergangenen 200 Handelstage bei aktuell 6.329 Punkten zwar überwunden worden, die Glättungslinie falle allerdings noch. „Erst wenn die Durchschnittslinie signifikant nach oben dreht, wäre dies ein mittelfristiges Kaufsignal. Die Gefahr einer klassischen Bullenfalle ist noch nicht gebannt.“

Henke rechnet daher mit einer technischen Konsolidierung in Richtung der Widerstandszone bei 6.200 Zählern. Darunter warteten Haltelinien bei 6.026/6.024 sowie bei 6.040/6.090 Punkten. Doch es könnte noch schlimmer kommen: „Anschließend könnte der DAX in den kommenden Monaten das Jahrestief 2011 bei 4.965 Zählern vom 12. September ansteuern.“

Anlegerstimmung wieder viel besser

Anleger, die besonders für Bluechips vor einer Woche noch ziemlich schwarz gesehen haben, sind mittlerweile wieder klar optimistisch, wie die Umfrage der Börse Frankfurt bei 300 aktiven Investoren zeigt. Der Bull/Bear-Index macht einen großen Sprung von 44,4 auf 55 Punkte und liegt damit wieder oberhalb der Trennlinie von 50 Punkten. 11 Prozent der Befragten haben ihre Short-Positionen verkauft, 8 Prozent sind zum Bullenlager übergelaufen, das nun 45 Prozent der Anleger ausmacht. Das Bärenlager schrumpft auf 36 Prozent. Für Technologiewerte verbessert sich die Stimmung ebenfalls, wenn auch nicht ganz so deutlich: Hier kletterte der Bull/Bear-Index von 52,1 auf 58,6 Punkte.

Der Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkten zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Ob das Sentiment in diesem Fall als Kontraindikator funktioniert, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

© 8. Februar 2012 / Anna-Maria Borse


text Devisen: Griechenland fest im Blick
Mittwoch, 08. Februar 2012

8. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die zunehmende Entspannung rund um das Thema Euro-Schuldenkrise gibt der Gemeinschaftswährung ein Stück weit Vertrauen zurück. Das befinden zumindest Devisenanalysren. Zu erkennen sei dies unter anderem an den sinkenden Renditen für Staatsanleihen der Peripherieländer. „Vor den ersten Auktionen kurzfristiger Bonds in diesem Jahr war die Angst groß, dass sich die betroffenen Staaten nur zu noch höheren Kosten refinanzieren können“, meint Sintje Boije von der HSH Nordbank. Das Risiko sei zwar noch nicht gebannt, die Situation habe sich insgesamt aber merklich verbessert.

„Seit Ausbruch der Krise ist der Euro der Spielball der Anleger“, beobachtet Sebastian Wanke von der Dekabank. Steigende Angst sei in dieser Zeit immer auch mit der Flucht raus aus dem Euro und rein in die klassischen Fluchthäfen Schweizer Franken, US-Dollar und japanischen Yen begleitet worden. Gelinge die Rettung Griechenlands in den kommenden Tagen, würde der Euro sicherlich zu einer Erleichterungsrallye ansetzen. Umgekehrt könnte ganz rasch der Kurs in Richtung 1,25 gegenüber dem US-Dollar aufgenommen werden.

Euro würde profitieren

Bereits seit Jahresbeginn geht es mit der Gemeinschaftswährung insbesondere gegenüber den drei Sicherheitswährungen aufwärts. Mit den zwei Langfrist-Tendern der Europäischen Zentralbank hätten die Wächter der Gemeinschaftswährung ausreichend Liquidität bereit gestellt und damit den Grundstein für die Euro-Erholung gelegt.

„Sobald das lästige Thema Griechenland abgehakt ist, können die Devisenmärkte in den kommenden Monaten erst einmal durchatmen“, stellt Wanke in Aussicht. Denn von der Geldpolitik der Zentralbanken erwarte er kaum zusätzliche Impulse. Die US-Notenbank habe mit der Verlängerung der Politik des billigen Geldes bis mindestens Mitte 2014 ihre Absichten bereits dargelegt und die Schweizer Zentralbank werde keine Aufwertung ihrer Währung unterhalb der 1,20 gegenüber dem Euro dulden. Die Europäer hätten mit ihrem Zinssatz theoretisch zwar noch Spielraum nach unten. Derzeit deute aber nichts auf eine Zinssenkung.

Aus Sicht der HSH Nordbank ist die Kuh noch keineswegs vom Eis. „Das Risiko eines Griechenlandsaustritts aus der Gemeinschaftswährung war noch nie höher“, bemerkt Boije. Der aktuelle Eurostand spiegele indes die Hoffnung auf eine Lösung wider. „Deshalb gibt es je nach Nachrichtenlage auf kurze Sicht nach wie vor Rückschlagpotenzial für den Euro“, sagt die Analystin voraus. Auch wenn die Hilfen aus dem Rettungspaket ausgezahlt würden und eine Einigung über den freiwilligen Schuldenschnitt erreicht werde, fehle es den Hellenen immer noch an einem soliden Fundament.

Technisch Luft nach oben

Nach dem Überwinden der Widerstandszone von 1,32 gegenüber dem US-Dollar macht die Helaba auch aus technischer Sicht für den Euro kurzfristig weiteres Kurspotenzial nach oben aus. Das Ereignisrisiko sei zwar unverändert hoch, der Euro profitiere aber insgesamt von einem Stimmungswandel. Auch auf Wochensicht zeigten sich die Charts zunehmend optimistisch, deshalb könnten Kursniveaus zwischen 1,3360 und 1,3460 in den kommenden Tagen erreicht werden.

Britisches Pfund auf glattem Eis

Erstaunlich stark präsentiert sich das Britische Pfund gegenüber dem Euro. „Im Vergleich zum Jahresende 2011 hat die Währung trotz weiterhin schleppender Konjunktur und einer sehr expansiven Geldpolitik deutlich aufgewertet“, beobachtet Boije. Anleger seien teilweise vor den Euro-Problemen in das Pfund geflüchtet.

„Investoren hat gefallen, dass die Bank of England alles tut, um die Wirtschaft stabil zu halten“, meint Hanke, der das Pfund mit steigendem Vertrauen in den Euro tendenziell schwächer vermutet. Dann würden Anleger eher wahrnehmen, wie wackelig das Fundament der UK-Wirtschaft eigentlich sei.

“Eine in Aussicht gestellte weitere Aufkaufaktion britischer Staatsanleihen in Höhe von rund 50 Milliarden Pfund verbunden einem sehr vorsichtigen Ausblick der britischen Regierung zu Bruttoinlandsprodukt, Wachstum und Inflation wird dem Euro auf Monatssicht in die Hand spielen“, stimmt Boije zu.

© 8. Februar 2012/Iris Merker


8. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die mittelfristig orientierten Akteure, die die Börse Frankfurt allwöchentlich befragt, haben offenbar umgedacht. Vielleicht auch angesichts der Tatsache, dass der DAX während des Berichtszeitraums noch einmal 3,5 Prozent an Wert gewonnen hat. Und somit weist er ausgerechnet seit der großen Herabstufungsaktion durch die Ratingagentur Standard & Poor's – am 13. Januar wurde die Bonität diverser europäischer Staaten abgewertet – mittlerweile gar einen Gewinn von über 12 Prozent auf. Deswegen verzeichnen wir einen deutlichen Rückgang bei den Pessimisten unseres Panels, von denen knapp drei Viertel der Befragten direkt ins bullishe Camp wechselten. In der Folge können wir, gemessen am Bull/Bear-Index, einen Optimismus leicht über dem Jahresmittel feststellen.

Abgesehen von Performance-Zwängen könnte es aber hauptsächlich die Rede Ben Bernankes vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses die Akteure zu einer neuen Sichtweise der Aktienmärkte bewegt haben. Denn der Fed-Präsident hatte nicht nur bereits nach der vergangenen FOMC-Sitzung der Vorwoche durchblicken lassen, man werde falls nötig auch ein Überschreiten des Inflationsziels tolerieren, um dem anderen Ziel der Notenbank gerecht zu werden, für Wachstum und Beschäftigung zu sorgen. Später machte Bernanke im Rahmen seines "Testimony" deutlich, er werde nicht nur die Arbeitslosenquote, sondern auch die Beschäftigung im Vergleich zur Bevölkerung für seine geldpolitischen Entscheidungen in Betracht ziehen. Damit wurde klar, wohin die US-Notenbank selbst bei guten Arbeitsmarktdaten gehen würde: in Richtung QE3, einer weiteren Runde quantitativer Lockerungen.

Daran hat dann auch der erheblich besser als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht am Freitag nichts mehr geändert, obwohl der eine oder andere Kommentator offenbar auf ein Umdenken bei der Notenbank gesetzt hatte – diese Hoffnungen sind spätestens nach dem zweiten Auftritt Bernankes am Dienstag vor dem Haushaltsausschuss des Senats geplatzt, als er die jüngsten Daten relativierte und kaum einen Zweifel daran ließ, die Fed werde ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen.

Als dann auch noch immer deutlicher wurde, dass in der Causa Griechenland wieder einmal eine Deadline, ein Ultimatum, überschritten und sich das von den Akteuren mittlerweile mit abnehmender Sensitivität wahrgenommene Drama abermals in die Länge ziehen würde, müssen den Pessimisten so langsam die Argumente ausgegangen sein. Zumindest wollte man sich anscheinend nicht dem Vorwurf aussetzen, wochenlang gegen eine Rally gehalten zu haben, deren wesentlicher Charakterzug darin bestand, dass es beim DAX seit besagtem 13. Januar keine wesentlichen Rücksetzer mehr gab - die stärkste Korrektur erreichte gerade einmal eine Größenordnung von 2,4 Prozent. Und so erfolgte der Rückzug nicht mit einem Paukenschlag, sondern fast schon klammheimlich.

Mit dem heutigen Anstieg des Optimismus ist die Bias der vergangenen drei bis vier Wochen und die Gefahr einer starken Short-Squeeze nunmehr beseitigt. Allerdings ist die Zuversicht noch nicht überbordend und kann sich durchaus noch erhöhen, wenn sich für institutionelle Teilnehmer unseres Panels attraktive Kaufmöglichkeiten auf niedrigerem Niveau ergeben sollten. Ansonsten ist der DAX auch von der langfristigen Nachfrage abhängig, die für die Mini-Hausse in den ersten fünf Wochen dieses Jahres ursächlich gewesen sein mag.

Joachim Goldberg, cognitrend

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutral
Total 45 % 36 % 19 %
ggü. letzter Erhebung + 8 % - 11 % + 3 %

DAX-Stimmungskurve


Stand DAX 08.02.2012, 12:00 Uhr: 6.800 Punkte (+ 3,82 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear- Index: 55,0 Punkte

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text Fonds: Dauerbrenner Mischfonds
Dienstag, 07. Februar 2012

7. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach den kräftigen Kursgewinnen seit Jahresanfang dämpft im Moment die immer noch ausstehende Einigung mit Griechenland die Laune der Börsianer. Ohnehin war die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten im Fondshandel nicht wirklich angekommen.

„Käufe und Verkäufe halten sich die Waage, bei relativ guten Umsätzen“, berichtet etwa Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler.

Die Baader Bank meldet sogar einen Verkaufsüberhang. „Anleger nutzen die hohen Kurse für den Ausstieg“, erklärt Andreas Kehnen. „Die Unsicherheit um Griechenland ist immer noch da.“ Investoren fragten sich, warum sie gerade jetzt einsteigen sollten. „Sie warten lieber noch zwei oder drei Monate, um dann in einem sichereren Umfeld zuzukaufen.“

Mischprodukte auch im Januar erfolgreich

Einige Fonds ziehen allerdings immer, allen voran Mischfonds wie der Flossbach von Storch Multiple Opportunities (WKN A0M430), wie Wöllnitz beobachtet. Der investiert in Aktien, Geldmarktinstrumente, Zertifikate und Anleihen aller Art und hat sich mit einem Plus von 4 Prozent auch in den vergangenen vier Wochen gut geschlagen. Mit dem Flaggschifffonds Carmignac Patrimoine (WKN A0DPW0), der sich im vergangenen Jahr dem negativen Trend am Aktienmarkt entziehen und auch im neuen Jahr zulegen konnte, deckten sich Anleger ebenfalls ein.


Aktienfonds: Gemischtes Bild

Ansonsten ist der Handel ausgeglichen, wie Wöllnitz meint. „Wir sehen in allen Bereichen Käufe und Verkäufe.“ Die Baader Bank meldet bei Aktienfonds hingegen überwiegend Abgaben. Betroffen seien unter anderem Fonds mit europäischen Aktien wie der Allianz Industria (WKN 847502) und der DWS Eurovesta (WKN 849084) sowie der Deutschland-Fonds DekaLux-Deutschland (WKN 974587). Ebenfalls auf den Verkaufslisten stünden internationale Aktienfonds wie der Lingohr-Systematic-LBB-Invest (WKN 977479), der Acatis Aktien Global (WKN 978174) und der M&G Global Growth (WKN 797745). Den Henderson Horizon Pan-European Small Companies (WKN 989229), der auf europäische Nebenwerte setzt, hätten Anleger hingegen gekauft, ebenso den Dividendenstrategiefonds M&G Global Dividend (WKN A0Q349).

Umsätze in Asien-Fonds auf Sparflamme

Fonds mit asiatischen Aktien interessieren derzeit offenbar kaum. „Hier ist am wenigsten los, Investoren fehlen klare Ideen dazu“, erklärt Kehnen. Daher würden beide Seiten gespielt. Relativ viele Umsätze gebe es im Aberdeen Global Asian Smaller Companies (WKN A0HMM3), mit Zu- und Abflüssen gleichermaßen. Im Julius Bär Multistock Asia (WKN 971979) dominierten hingegen die Abgaben und im Fidelity China Focus (WKN A0M94A) die Engagements. Wöllnitz berichtet von Käufen im Aberdeen Global Emerging Markets (WKN 769088), einem Aktienfonds mit Schwellenländeraktien. Der hat in diesem Monat bereits ein Plus von über 10 Prozent erzielt.

Goldpreis treibt Handelsaufkommen bei Minenfonds

Der seit Jahresanfang wieder stark gestiegene Goldpreis lenkt das Interesse der Anleger unterdessen auf Goldminenfonds. „Da war letzte Woche Musik drin“, fasst Kehnen zusammen. Meist seien aber auch hier die höheren Preise zum Kasse machen genutzt worden (WKN 986932). In einigen Fonds wie dem Falcon Gold Equity hätten sich Anleger aber noch positioniert (WKN 972376). Bei anderen Produkten mit Themenschwerpunkt gibt es Händlern zufolge wenig Auffälligkeiten. Wöllnitz hat allerdings noch umfangreichere Abflüsse aus einem Biotechnologiefonds, dem DWS Biotech-Aktien (WKN 976997), registriert.

Keine Angst vor Teuerung

Inflation scheint im Übrigen nicht mehr das ganz große Schreckensgespenst zu sein: „Inflationsgeschütze Rentenfonds werden abgestoßen“, meldet Wöllnitz und nennt als Beispiel den KBC Bonds Inflation-Linked (WKN 931721). Mit diesem Fonds erwirbt man Investmentgrade-Anleihen der Eurozone, deren Kupon und Rückzahlung an die Preissteigerungsrate gekoppelt sind.

© 7. Februar 2012/Anna-Maria Borse


text ETFs: Etwas mehr Risiko bitte
Dienstag, 07. Februar 2012

7. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Mit dem Höhenflug der Börsen. bauen viele ETF-Anleger ihre Aktienpositionen aus. „Raus aus der Sicherheit, rein ins Risiko“, beschreibt Jörg Sengfelder von der DekaBank die Tendenz im ETF-Handel. „Sowohl die Anzahl der Trades als auch die Volumina können sich sehen lassen“, berichtet auch Andreas Bartels von der Commerzbank, der unterm Strich einen leichten Verkaufsüberhang ausmacht.

Die zuletzt deutlich besser als erwarteten US-Beschäftigtenzahlen für den Monat Januar sowie die weiterhin expansive Geldpolitik in den USA und im Euroraum macht Bernardus Roelofs insbesondere für den Sprint im ETF-Handel zum Ende der Woche mitverantwortlich. Mit 243.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft seien die Erwartungen der Volkswirte um rund 100.000 übertroffen worden. Zudem habe der US-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Januar einen überraschenden Schub bekommen.

US-Werte beliebt

Dem Nasdaq hätten die positiven Konjunkturmeldungen zwischenzeitlich zu einem Elfjahreshoch verholfen, was Anleger in die entdprechenden ETFs gezogen hat (WKN 541779). „Bei sibirischer Kälte ging es im ETF-Handel über alle Anlageklassen hinweg heiß her“, meldet der Händler von Flow Traders, der auf Wochensicht insgesamt einen deutlichen Kaufüberhang im Verhältnis von etwa 70 zu 30 Prozent verbucht.

Nach vorn sei es auch für den S&P 500 gegangen und Anleger haben ebenfalls Indexfonds gekauft (WKNs 264388, A0Q9UW) . Hingegen trennten sie sich laut Bartels mehrheitlich von ETFs zum MSCI North America (WKNs A0JMFG, DBX1MU, A0J206).

Emerging Markets ziehen wieder

Über den Tellerrand hinaus hin zu Aktien aus aufstrebenden Ländern schauen laut Bartels immer mehr ETF-Anleger. „Ob einzelnes Land oder marktbreite Abdeckung, der Trend Richtung Schwellenländer hat sich in dieser Woche verstärkt.“ Von Kauffreude spricht der Händler beispielsweise bei Indexfonds mit lateinamerikanischen Werten (WKN A0NA0K) und beim marktbreiten MSCI Emerging Markets (WKNs LYX0B0, A0HGZT, DBX1EM). Beliebt seien auch Portfolios mit brasilianischen und indonesischen Unternehmen (WKN DBX0EU). Einen Grund vermutet der Händler in der zuletzt erneut in den Vordergrund gerückten Griechenlandthematik. Dies habe die Unsicherheit hinsichtlich europäischer und US-amerikanischer Aktien erhöht. Kauffreude registriert Roelofs zudem bei ETFs mit chinesischen Bluechips (WKN A0LGQN).

DAX und Euro Stoxx-ETFs uneinheitlich

Bei Indexfonds mit europäischen Aktien gehe es eher ausgewogen zu, wie Bartels berichtet. Beide Seiten gespielt würden zum Beispiel bei Indexfonds auf den Euro Stoxx 50 (WKN 935927, 593395) und den DAX (WKNs 593393, DBX1DA, LYX0AC), für die Sengfelder per Saldo indes einen Kaufüberhang verbucht. Etwas mehr Verkäufe als Käufe gebe es zudem für Indexfonds, die den Stoxx 600 (WKN 263530) und den MSCI Europe nachbilden.

Automobilwerte gefragt

Von sehr hohen Umsätzen spricht Bartels in ETFs mit Aktien aus dem Banken- und Versicherungssektor. „Hier überwiegen stark die Rückflüsse.“ Verkäufe verbucht die Commerzbank etwa beim breit aufgestellten Stoxx 600 Banks (WKN DBX1SF) und beim iShares DJ Euro Stoxx Banks (WKN 628930). Einen Abgabeüberhang meldet Sengfelder zudem bei ETFs auf die Gesundheitsbranche und bei Roh- und Grundstoffen (WKN LYX0AX). Ins Depot legten Anleger sich hingegen Automobilwerte (WKN A0Q4R2), wie Roelofs bemerkt.

Mehr Risiko auch bei Festverzinslichem

Hinsichtlich der Renten-ETFs spricht Sengfelder von einer Umschichtung in kurz- und langlaufende europäische Staatsanleihen (WKNs ETFL12) zulasten von Bundesanleihen (WKNs ETFL18, ETFL20) und erkennt darin einmal mehr eine höhere Risikoneigung bei Anlegern. „ Von einem Rückgabetrend bei Portfolios mit deutschen Staatsanleihen etwa beim iShares eb.rexx Government Germany (WKN 628946) berichtet auch Bartels. Abgegeben worden seien zudem deutsche Bonds mit Restlaufzeiten zwischen 1,5 und 2,5 Jahren (WKN 628947).

Corporate Bonds gern, aber ohne Finanzwerte

Bei Unternehmensanleihen punkten Bartels zufolge vor allem ETFs, die keine Finanzwerte (WKNs A0YEEX, DBX0E6) enthalten. „Diese meiden Investoren in diesem Segment seit Monaten“, bemerkt der Händler. Ins Depot legten Anleger sich beispielsweise den ETFlab iBoxx EUR Liquid Non-Financials Diversified (WKN ETFL38) mit bis zu 40 liquiden Anleihen von Unternehmen, deren Hauptgeschäftsfeld nicht finanzwirtschaftlich ist.

© 7. Februar 2012 / Iris Merker


text Statistischer Wochenrückblick
Dienstag, 07. Februar 2012

Auf dieser Seite fassen wir jede Woche markante Kursdaten zum Fonds-Handel für Sie zusammen. Wünschen Sie weitere Informationen? Dann schreiben Sie uns bitte an redaktion@deutsche-boerse.com.

Wichtige Marktindikatoren

IndikatorSchlussstand 6. Februarggü. Vorwocheggü. Vorwoche in %
DAX 6.765 + 321 Punkte + 4,98 %
MDAX 10.375 + 642 Punkte + 6,60 %
TecDAX 770 + 33 Punkte + 4,48 %
SDAX 4.958 + 315 Punkte + 6,78 %
Euro Stoxx 50 2.508 + 103 Punkte + 4,28 %
Dow Jones Ind. 12.845 + 191 Punkte + 1,51 %
NASDAQ 100 2.529 + 64 Punkte + 2,60 %
Nikkei 225 8.929 + 136 Punkte + 1,55 %
Gold 1.719,90 $ - 11,00 $ - 0,64 %
Rohöl - Brent Oil 110,26 $ - 0,49 $ - 0,44 %
EUR/USD 1,3160 $ + 0,0019 $ + 0,14 %

Weitere Marktindikatoren bei boerse-frankfurt.de/indizes.

Die umsatzstärksten Fonds der Woche

FondsnameTypWKNUmsatz
Carmignac Patrimoine A Mischfonds Aktien+Anleihen/Welt A0DPW0 0,83 Mio. €
FsV Strategie Multiple Opportunities Mischfonds primär Welt A0M430 0,81 Mio. €
XMTCH on SMI Aktienfonds Schweiz 935568 0,76 Mio. €
DWS Deutschland Mischfonds Welt 849096 0,58 Mio. €
CS Euroreal Aktienfonds Schweiz 980500 0,57 Mio. €

Beste und schlechteste Wochenperformance

Alle Unternehmen sind einer von 18 Branchen zugeteilt. Hier stellen wir die jeweils drei Branchen mit der besten und der schlechtesten Performance dar.

BrancheWochenschlussVeränderung zur Vorwoche
Technologie 467,30 + 9,52 %
Versorger 832,74 + 7,47 %
Autos 906,17 + 7,33 %
Telekom 99,86 + 1,94 %
Nahrung 524,68 + 0,99 %
Pharma 2138,53 + 0,84 %

Performance nach Anlageschwerpunkt

Diese drei Anlageschwerpunkte haben die beste Performance auf Monatssicht geschafft.

Schwerpunkt1 Monat3 Monate1 Jahr
Aktienfonds Griechenland + 27,74 % + 7,57 % - 74,23 %
Aktienfonds Indien + 19,04 % - 0,29 % - 8,19 %
Alt- Long/ Short weltweit + 18,18 % - 3,83 % - 57,83 %

7. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein neuer ETF des Emittenten ComStage erweitert das Produktangebot auf Xetra.

Der MSCI Emerging Markets Leveraged 2x Daily Net Index ist ein nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichteter Index. Dieser Index verfolgt das Ziel, die Wertentwicklung der Aktienmärkte aller Schwellenländer mit einem zweifachen Hebel abzubilden, und zwar auf Grundlage der Gesamtrendite mit reinvestierten Nettodividenden. Die Aktienwerte werden neben Streubesitz-Marktkapitalisierung anhand weiterer Kriterien wie Mindestkapitalisierung, Liquidität, Handelshistorie und Erwerbbarkeit durch ausländische Investoren ausgewählt.

Das ETF-Angebot auf Xetra umfasst derzeit insgesamt 924 börsengelistete Indexfonds bei einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von 16 Milliarden Euro.

© 7. Februar 2012/Deutsche Börse AG

Details zum neuen ETF

NameWKNHandelswährungGesamtkostenquote
ComStage ETF MSCI Emerging Markets Leveraged 2x Daily TRN ETF128 Euro 0,75 %

6. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein neuer ETC des Emittenten db ETC Index plc ist auf Xetra handelbar.

Der ETC (WKN A1NY0U) bildet die Performance von 13 Rohstoffen aus den Sektoren Edel- und Industriemetalle sowie Energie. Der abgebildete Index heißt db Metals and Energy Booster Euro Unhedged und basiert auf einem rolloptimierten Mechanismus beim periodischen Ersatz der im Index enthaltenen Rohstoff-Futures.

Das Produktangebot im ETC-Segment der Deutschen Börse umfasst derzeit 235 Instrumente. Das monatliche Handelsvolumen der ETCs auf Xetra liegt durchschnittlich bei über 900 Mio. Euro.

© 6. Februar 2012/Deutsche Börse AG

Details zu dem neuem ETC

NameWKNHandelswährungGesamtkostenquote
db Metals & Energy Booster ETC (EUR) A1NY0U Euro 0,45 %

text Neusegmentierung des Open Market
Montag, 06. Februar 2012

6. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Deutsche Börse wird den Open Market (Freiverkehr) neu segemtieren. Das First Quotation Board (FQB) soll in seiner jetzigen Form geschlossen werden, außerdem ist eine Verschärfung der Regeln für den Entry Standard vorgesehen.

Beschränkung auf Quotation Board, Schließung des FQB

Zukünftig sollen in einem dann als Quotation Board bezeichneten Segement neben Anleihen nur noch Aktien einbezogen werden, die wie im bisherigen Second Quotation Board, ein Listing an einem anderen von der Deutschen Börse anerkannten in- oder ausländischen börsenmäßigen Handelsplatz haben.

Mit dem First Quotation Board stand seit 2008 ein weiteres Finanzierungsinstrument zur Verfügung, in dem die antragstellenden Teilnehmer die Auswahl der Emittenten übernommen haben. Anfang 2011 wurden die Anforderungen im First Quotation Board zum Schutz des Kapitalmarktes verschärft.

Nach Erkenntnissen der Deutschen Börse, der Hessischen Börsenaufsicht sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist es trotz straf- und aufsichtsrechtlicher Maßnahmen, der engen Einbindung der Antragsteller und der Verschärfungen der Einbeziehungsvoraussetzungen weiterhin zu massiven und häufigen Verdachtsfällen auf Marktmanipulation gekommen.

„Wir sind davon überzeugt, mit den geplanten Maßnahmen die Transparenz, Qualität und Effizienz des Gesamtmarktes zu wahren und weiter zu verbessern und damit die nachhaltige Kapitalaufnahme und die Handelbarkeit sicherzustellen“, erklärt Alexander Höptner, bei der Deutschen Börse für den Bereich Markets Services verantwortlich.

Unternehmen, die derzeit im First Quotation Board sind und die die jeweiligen Eingangsvoraussetzungen und Folgepflichten erfüllen, steht ein Wechsel in die höher regulierten Segmente Prime Standard und General Standard im Regulierten Markt und Entry Standard im Open Market grundsätzlich offen.

Zukünftig soll im Quotation Board der Spezialist die Rolle des Antragstellers übernehmen und die Handelbarkeit des Wertes sicher stellen, indem er Liquidität spendet und die Verpflichtung übernimmt, Kapitalmaßnahmen und andere relevante Informationen der Börse unverzüglich mitzuteilen.

Verschärfung der Regeln im Entry Standard

Um die Einbindung der Emittenten nachhaltig zu verbessern, werden zudem die Regeln des Entry Standards verschärft. Der Zugang zum Entry Standard als Teilsegment des Open Market wird künftig immer ein öffentliches Angebot und damit einen Prospekt voraussetzen. Darüber hinaus werden auch die Folgepflichten verschärft und der Emittent direkt zu deren Erfüllung verpflichtet.

Anpassungen für Herbst 2012 geplant

Um den Anlegern die Möglichkeit zu geben, ihre Aktien noch über die Börse zu veräußern, soll die Neusegmentierung voraussichtlich im 3. Quartal erfolgen.


6. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Der Höhenflug des DAX seit Jahresanfang hat so manchen Anleger auf falschem Fuß erwischt. Viele seien noch untergewichtet, heißt es. Griechenlands Probleme könnten nun für einen Dämpfer sorgen. Nach den gescheiterten Versuchen der Politiker in Athen, sich auf Details für die von Kreditgebern verlangten Sparmaßnahmen zu einigen schließt Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker eine Pleite Griechenlands im März nun nicht mehr aus.

Der DAX, der in der vergangenen Woche um 3,9 Prozent zugelegt hat und damit seit Jahresanfang um 14,7 Prozent nach oben geklettert ist, d.h. sieben Wochen im Plus in Folge, notiert zum Wochenbeginn bei 6.750 Punkten 1,5 Prozent höher.

Beigetragen hatten zum kräftigen Kursplus die immer besser werdenden Konjunkturdaten, am Freitag überraschten etwa US-Arbeitsmarktzahlen äußerst positiv. Mit Erleichterung wurde außerdem die glatt verlaufene Refinanzierung Portugals am Geldmarkt aufgenommen.

Nicht mehr viel Luft nach oben

Nach Einschätzung von Sören Wiedau von der Weberbank haben Aktienmärkte aufgrund der durch die Notenbanken bereitgestellten hohen Liquidität durchaus noch weiteres Aufwärtspotenzial. „Bei einem nachhaltigen Anstieg über 6.630 Punkte liegen die nächsten Ziele bei 6.830 und 6.990 Punkten.“

Zu viele Anleger seien in Aktien untergewichtet und müssten den steigenden Märkten nun hinterherlaufen. Allerdings werde die Luft nach oben hin auch immer dünner. „Nach dem schnellen Anstieg seit Anfang des Jahres nimmt die Stimmung unter den Marktteilnehmern schon euphorische Züge an.“ Die europäische Schuldenkrise und das schwierige konjunkturelle Umfeld in vielen Regionen blieben aber Risikofaktoren.

Deutschland profitiert von Weltwirtschaft

Laut Robert Halver von der Baader Bank sind deutsche Aktien immer noch attraktiv. „Von einer Weltwirtschaft, die sich weiterhin erholt und nach IWF-Schätzungen in diesem Jahr mit einer Wachstumsrate von 3,25 Prozent expandiert, profitiert nicht zuletzt auch die deutsche Wirtschaft“, argumentiert Halver. Deutsche Qualitätsprodukte sowie Fachwissen seien insbesondere in Schwellenländern beim Ausbau der Infrastruktur und der Binnenkonjunktur gefragt.

„Geht es der Weltwirtschaft gut, geht es auch den deutschen Unternehmen und dem deutschen Aktienmarkt gut.“ Aus bewertungstechnischer Sicht seien deutsche Dividendentitel dabei nicht einmal teuer. Sowohl nach Ertrags- als auch nach Substanzbewertung befänden sie sich auf einem vergleichsweise günstigen Niveau.

Technisch noch Chancen nach oben

Auch das Chartbild spricht für den DAX, das meint zumindest Christian Schmidt von der Helaba. Er weist darauf hin, dass der deutsche Aktienindex zuletzt die 55-Wochen-Durchschnittslinie brechen konnte. „Nun steht bereits die nächste Entscheidung am 61,8 Prozent-Retracement bei 6.593 Zählern auf der Agenda“, erläutert der technische Analyst. Ein Bruch der Marke würde Schmidt zufolge den Abwärtstrend beenden und weiteres Aufwärtspotenzial generieren.

In der neuen Woche stehen kaum wichtige Termine an. Neben Griechenland werden vor allem Treffen der EZB und der Bank of England im Fokus stehen. Unterdessen geht die Berichtssaison zwar weiter, aus der Gruppe der DAX-Unternehmen ist Daimler aber die einzige Adresse, die in den nächsten Tagen ihre Zahlen zum vierten Quartal offenlegt.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 6. Februar

12.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge der Industrie Dezember. Umfragen zufolge wird mehrheitlich mit einem Plus von 1 Prozent gerechnet nach dem deutlichen Rückgang um 4,8 Prozent im November.

Dienstag, 7. Februar

Quartalszahlen ArcelorMittal, BP, Coca-Cola, UBS, Toyota

12.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion Dezember. Der ausgesprochen milde Dezember sollte laut DekaBank im Bereich des Bauhauptgewerbes zu einem Produktionsschub geführt haben. Nichts desto trotz rechnen die Analysten insgesamt nicht mit Wachstum gegenüber November.

Mittwoch, 8. Februar

Quartalszahlen Cisco, Douglas Holding, Heidelberger Druck

Donnerstag, 9. Februar

Quartalszahlen Daimler, CS Group, ING Group

2.30 Uhr. China: Verbraucherpreise Januar. Die chinesischen Verbraucherpreise sollten im Januar mit 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr ähnlich stark gestiegen sein wie im Vormonat, meint die DekaBank. Erst mit den Februarzahlen erwarten die Analysten aufgrund der Basiseffekte einen stärkeren Rückgang der Inflationsrate. Für das Gesamtjahr 2012 prognostizieren sie eine Durchschnittsrate von 3,5 Prozent.

13.00 Uhr. Großbritannien: Bank of England Zinsentscheid.

13.45 Uhr. EU: EZB-Zinsentscheid mit anschließender Pressekonferenz. Die EZB wird sich bedeckt halten, glaubt die Helaba. So hätten Präsident Draghi und seine Kollegen bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass man die Wirkungen der Liquiditätsmaßnahmen abwarten wolle.

Freitag, 10. Februar

Quartalszahlen Barclays

16.00 Uhr. USA: Konsumklima Uni Michigan Februar. Marktbeobachter rechnen Umfragen zufolge mit einem leichten Rückgang von 75 auf 74 Punkte. Der Index der University von Michigan basiert auf einer telefonischen Befragung von mindestens 500 Konsumenten in den USA und gilt als wichtiger Frühindikator für die künftigen Konsumausgaben.

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf boerse-frankfurt.de/termine. Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann melden Sie sich einfach für unseren Newsletter an unter boerse-frankfurt.de/newsletter.

© 6. Februar 2012/Anna-Maria Borse


3. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz robuster Aktienmärkte stärken Anleger deutschen Staatsanleihen weiterhin den Rücken. Der richtungsweisende Bund-Future kann im Wochenvergleich leicht zulegen und notiert am heutigen Freitag bei 139,43 Prozent. „Im Bereich von 140 scheint dem deutschen Rentenbarometer aber erst einmal die Luft auszugehen“, meint die Helaba und verweist auf massive Hürden aus technischer Sicht im Bereich zwischen 140,01 bis 140,23.

Mit dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Januar und dem ISM-Serviceindex werde es zum Wochenende nochmal spannend. Ein gesunkener Vierwochendurchschnitt etwa der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf unter 380 Tausend deute auf einen robusten Aufbau neuer Stellen. Stimmungstests gebe es zudem im Euroraum. „Die endgültigen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor könnten die Rückkehr zur Expansion bestätigen“, meint die HSH Nordbank. Damit nehme das Risiko einer tieferen Konjunkturdelle für die Wirtschaft in der Währungsunion ab.

Griechenland-Lösung noch nicht in trockenen Tüchern

Bei den Verhandlungen über die Höhe des freiwilligen Forderungsverzichts privater Gläubiger Griechenlands scheine eine Lösung in Sicht. Im Raum stehe zunächst ein Forderungsverzicht von 50 Prozent des Nominalwertes der betroffenen Anleihen. Für die zum Tausch angebotenen Langläufer soll es Medienberichten zufolge einen Zinssatz von 3,6 Prozent geben. „Im Gespräch ist zudem eine Art Warrant für die Gläubiger, der höhere Zahlungen in Aussicht stellt, wenn sich die Wirtschaftsleistung in Griechenland verbessert“, erklärt ein Händler der Hellwig Wertpapierhandelsbank. „Dieser Optionsschein soll die Zustimmung zu der niedrigeren Verzinsung der Umtauschanleihen erleichtern.“

Eine ähnliche Konstruktion habe es bei der Umschuldung Argentiniens gegeben. Anleger hätten zusätzlich zu den niedrig verzinsten Bonds zusätzlich BIP-Kicker (WKN A0DUDM) erhalten. „Diese schütten Beträge in Abhängigkeit des Bruttoinlandsprodukts Argentiniens in den jeweiligen Referenzjahren nach einer definierten Regel aus“, weiß der Händler. Zuletzt seien 4,20 Euro geflossen.

Die Frist läuft aus

„In jedem Fall läuft den Griechen die Zeit davon“, meint Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft, der an die fehlende Wettbewerbsfähigkeit der Hellenen erinnert. „Wird die Entscheidung über den Schuldenerlass weiterhin auf die lange Bank geschoben, dann steht die Refinanzierung der am 20. März fällig werdenden Anleihe in Höhe von insgesamt 14 Milliarden Euro auf wackligen Füßen.“ Bis zum 13. Februar müsse eine Umtauschofferte für die alten Anleihen vorgelegt werden, ansonsten stünde die nächste Auszahlung der Hilfsgelder durch die Troika auf dem Spiel. Derweil werde diese Griechenlandanleihe (WKN A0T6US) weiterhin rege gehandelt. Auf Wochensicht habe der Kurs von 37,10 auf rund 41 Prozent zugelegt.

Erfolgreiche Auktionen für Frankreich und Spanien

Für Frankreich und Spanien habe es in dieser Woche problemlos frisches Geld gegeben. Die Nachfrage insbesondere nach französischen Anleihen in Höhe von insgesamt 8 Milliarden Euro war hoch, wie die Helaba berichtet. Spanische Bonds in Höhe von insgesamt 4,5 Milliarden seien ebenfalls von Investoren gut angenommen worden. Die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit bis 2015 seien mit 2,86 Prozent niedriger ausgefallen als im Januar, als Anleger 3,4 Prozent verlangt hätten. Spanische Bonds mit einer Laufzeit bis 2016 seien für 3,455 Prozent statt für zuletzt 4 Prozent über den Tisch gegangen. In Summe habe das Land für das Jahr 2012 bereits 25 Prozent des anvisierten Anleihevolumens platziert.

Portugal auf dem Prüfstand

Zu vergleichbar günstigeren Konditionen habe auch Portugal Geld bekommen. Die 1,5 Milliarden Euro, die das Land mit der Emission drei- und sechsmonatiger Bonds einsammeln konnte, bezeichnet die Helaba indes als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Getreu dem Motto „die drei oder sechs Monate wird Portugal schon noch schaffen“, habe vermutlich die kurze Laufzeit bei Anlegern gezogen.

Denn im Handel sei der Kurs der in knapp zehn Jahren fälligen Anleihen auf rund 40 Prozent gefallen. In zwei Jahren auslaufende Anleihen gaben bis auf 80 Prozent nach. Entsprechend stiegen die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen auf über 17 Prozent für zehnjährige und auf über 20 Prozent für zweijährige portugiesische Bonds. Gleichzeitig seien die Kosten für Kreditausfallsversicherungen in die Höhe geschnellt. „Teurer sind diese Prämien nur für griechische Credit Default Swaps.“

Renditeschere verringert sich

Während es an den Bondmärkten der EU-Peripherie uneinheitlich zugehe, erfreuten sich französische (WKN 748603) und österreichische Staatsanleihen (WKN A1ASCX) derzeit größerer Beliebtheit. 10-jährige spanische Bonds verloren gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen indes an Boden, wie die Helaba beobachtet. Der Renditeabstand sei um 13 Basispunkte gestiegen. Gefragt seien zudem italienische Bonds. Die Verringerung der Renditeschere von 15 Basispunkten auf 17,79 Prozent für fünfjährige Portugiesen und von 35 Basispunkten auf 13,75 Prozent für zehnjährige Laufzeiten seien den Aufkäufen durch die Europäische Zentralbank geschuldet.

Zuspruch für Banken

Bei den Unternehmensanleihen stünden unter anderem Banken im Mittelpunkt. Die Hellwig Wertpapierhandelsbank spricht von Kaufüberhängen etwa bei Hybridanleihen der Deutschen Bank (WKN A0DTY3, A0E5JD) und der Commerzbank (WKN CB83CE). Gut gelaufen ist Daniel zufolge zudem eine Endlosanleihe der (WKN A0G4X3) von Wienerberger mit einem Kupon von 6,5 Prozent und einem derzeitigem Kurs um 80 Prozent. Rege gehandelt würde derzeit auch ein Angebot der GFW Capital (WKN A0JCC9) mit einer gegenwärtigen Notierung um 65 Prozent und einem Kupon von 6 Prozent. „Bei dieser Anleihe geht es wild hin und her“, registriert Daniel.

© 3. Februar 2012 / Iris Merker


3. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Bis vor Kurzem sah es so aus, als sei den Amerikanern in diesem Konjunkturaufschwung die Luft ausgegangen. Bis Herbst vorigen Jahres wuchs die deutsche Wirtschaft, wie die Grafik zeigt, wesentlich dynamischer. Jetzt hat sich die Lage umgedreht. Im vierten Quartal expandierte die Produktion in den USA um 2,8 Prozent, in Deutschland ging sie um 1,2 Prozent zurück (jeweils annualisierte Wachstumsraten nach amerikanischer Rechnung). Auch wenn die vorläufigen Zahlen vielleicht noch korrigiert werden (vor allem in Deutschland nach oben), ergibt sich ein signifikanter Unterschied. Was ist passiert? Und vor allem: Wird es so bleiben?

Die Schere geht wieder auseinander

Reales Bruttoinlandsprodukt gegenüber Vorquartal (annualisiert)


Quelle: Federal Reserve St. Louis, Bundesbank

Die naheliegendste Erklärung ist natürlich die Eurokrise. Sie drückt auf die Stimmung in Deutschland, bremst den Export und dämpft die Investitionsneigung (vielleicht auch die Konsumbereitschaft). Hinzu kommt, dass in Europa bei den öffentlichen Haushalten "auf Teufel komm raus" gespart wird. In den USA liegen die Konsolidierungsbemühungen bei den öffentlichen Finanzen dagegen auf Eis.

Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. In diesen Tagen sind durch eine interessante Studie des McKinsey Global Institute die Zahlen für die private Verschuldung in den USA bekannt geworden. Danach ist die Verschuldung der privaten Haushalte seit Ende 2008 um US- Dollar 580 Milliarden gesunken. Der Anteil des Einkommens, der für Zinsen und Tilgungen ausgegeben wird, ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 90er Jahre zurückgegangen.

Das hängt nicht nur damit zusammen, dass die Amerikaner solider geworden sind, also mehr sparen und Kredite zurückzahlen. Entscheidender ist der Unterschied im Rechtssystem. Nach amerikanischem Recht können Hypothekenschuldner ganz einfach die Schlüssel ihres Hauses bei der Bank abgeben und sind damit ihre Verbindlichkeiten los. Das haben viele auch getan. Zwei Drittel des bisherigen Schuldenrückgangs der privaten Haushalte ergaben sich auf diese Weise. Der Prozess ist, gemessen an den laufenden Zwangsvollstreckungen, noch nicht abgeschlossen.

Gleichzeitig ist die Verschuldung der amerikanischen Finanzwirtschaft um knapp US- Dollar 2.000 Milliarden zurückgegangen. Sie liegt mit 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts jetzt unter dem Stand von Ende 2000. Auch die Verbindlichkeiten der Unternehmen haben sich, freilich nicht ganz so krass, verringert. Die Vereinigten Staaten sind damit die einzigen unter den großen Industrienationen, bei denen sich die private Verschuldung seit dem Beginn der Subprime-Krise verringert hat. In allen anderen Staaten ist sie gestiegen, auch in Deutschland.

Damit sind die Spielräume für künftige Investitionen und Konsumausgaben in den USA wieder gewachsen. Auch Schweden und Finnland haben Anfang der 90er Jahre bei der Überwindung der damaligen Bankenkrise zuerst ihre private Verschuldung reduziert. Dann ist die Wirtschaft wieder gewachsen und dann wurden die öffentlichen Haushalte saniert.

Die USA sind aber nicht nur bei der Gesundung ihrer Bilanzen weitergekommen. Auch in anderen Bereichen sind Fortschritte erkennbar. Die Hauspreise scheinen sich zu stabilisieren. Die amerikanische Automobilindustrie hat sich regeneriert. Die Liquidität, die die amerikanische Notenbank schafft, bleibt – anders als in Europa – nicht im Bankensystem hängen, sondern kommt unmittelbar in der Realwirtschaft an. Die Geldmengenaggregate, die in Europa mehr oder weniger stagnieren, gehen in den USA wieder kräftig in die Höhe.

All das deutet darauf hin, dass die gute Entwicklung der letzten Monate nicht nur ein Ausreißer ist. Natürlich wachsen auch in Amerika die Bäume nicht in den Himmel. Der Abbau der privaten Verschuldung ist noch nicht abgeschlossen. Er wird nach der Schätzung von McKinsey noch ca. zwei Jahre dauern. Die öffentlichen Schulden sind nach wie vor hoch. Ihre Reduzierung ist noch gar nicht in Angriff genommen worden. Der private Konsum wird nicht mehr so dynamisch wachsen, weil die früheren Impulse vom Häusermarkt fehlen. Das Land wird von der zu erwartenden Abschwächung in China und vom Fortgang der Eurokrise betroffen sein. Es ist Wahlkampf. In solchen Zeiten geben die öffentlichen Haushalte zwar mehr aus. Es herrscht aber viel Unsicherheit über den langfristigen Fortgang des Landes.

Für den Anleger

Drei Schlussfolgerungen. Erstens: Die überraschend schnelle Gesundung der amerikanischen Wirtschaft wird sich am amerikanischen Aktienmarkt auswirken. Die Tatsache, dass die US-Märkte im bisherigen Verlauf des Jahres schlechter als andere gelaufen sind, steht dem nicht entgegen. Es hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass die Entwicklung in Europa, Japan und den Schwellenländern im letzten Jahr so viel schlechter war, dass sich hier Aufholpotenzial aufgebaut hatte.

Zweitens: Gehen Sie nicht davon aus, dass die USA in diesem Jahr in eine größere Staatsschuldenkrise wie die Europäer hineinlaufen. Es ist auf dem alten Kontinent zuletzt immer beliebter geworden, zur Ablenkung von den eigenen Problemen auf die finanzpolitischen Schwierigkeiten der USA zu verweisen (auch ich habe das getan). Wenn in den USA die private Verschuldung zurückgeht und die Wirtschaft wächst, lässt sich dort auch ein höheres öffentliches Defizit verkraften.

Drittens: Der Euro wird sich unter diesen Umständen nicht so schnell erholen.

Anmerkungen oder Anregungen? Martin Hüfner freut sich auf den Dialog mit Ihnen: redaktion@deutsche-boerse.com.

© 21. Dezember 2011/Martin Hüfner

Dr. Martin W. Hüfner ist Chief Economist bei Assenagon Asset Management S.A. Er war viele Jahre Chefvolkswirt beziehungsweise Senior Economist bei der HypoVereinsbank und der Deutschen Bank. In Brüssel leitete er den renommierten Wirtschafts- und Währungsausschuss der Chefvolkswirte der Europäischen Bankenvereinigung. Hüfner schreibt für große internationale Zeitungen wie die Neue Züricher Zeitung oder die Schweizer Finanz und Wirtschaft sowie für große Zeitungen in Deutschland. Er ist Autor mehrerer Bücher, u. a. "Europa Die Macht von Morgen" und "Comeback für Deutschland".


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text Zwei neue Aktien-ETFs
Donnerstag, 02. Februar 2012

2. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zwei neue ETFs des Emittenten UBS (Irl) ETF plc erweitern das Produktangebot auf Xetra.

Die beiden neuen ETFs beziehen sich auf den gleichen Referenzindex, den MSCI USA Infrastructure Index. Unterscheiden lassen sich die beiden UBS-ETFs durch die Anlageklasse. ETFs der Anlageklasse I richten sich dabei primär an institutionelle Anleger.

Mit den ETFs auf den MSCI USA Infrastructure Index erhalten Anleger die Möglichkeit, die Wertentwicklung von amerikanischen Unternehmen aus dem Infrastruktur-Sektor zu verfolgen.

Das ETF-Angebot auf Xetra umfasst derzeit insgesamt 923 börsengelistete Indexfonds bei einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von 16 Milliarden Euro.

© 2. Februar 2012/Deutsche Börse AG

Details zu den neuen ETFs

NameWKNHandelswährungGesamtkostenquote
UBS ETF MSCI USA Infrastructure (USD) I A1JNTJ Euro 0,48 %
UBS ETF MSCI USA Infrastructure (USD) A A1JNTH Euro 0,65 %

text Auslandsaktien: Gute Laune, gute Umsätze
Donnerstag, 02. Februar 2012

2. Februar 2012. FRANKFURT. Obwohl die Griechenland-Umschuldung immer noch nicht in trockenen Tüchern ist: Von Krise ist an den Märkten immer weniger die Rede. „Der Optimismus steigt“, meint Jan Vrbsky von der Baader Bank. Auch in den USA sei ein Meinungsumschwung zu beobachten: „Dort heißt es nicht mehr: Bloß raus aus Europa. Vielmehr halten viele Analysten europäische Aktien für zu billig.“ Im Handel stiegen die Umsätze, selbst bei kleineren Werten. Das sei ein gutes Zeichen.

Mögliche Megafusion lässt Kurse haussieren

Für einen Kurssprung sorgt heute die Meldung über eine eventuelle Milliardenfusion in der Rohstoffbranche: Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore und der Minenbetreiber Xstrata verhandeln angeblich über einen Zusammenschluss. „Bislang sind das Spekulationen“, erklärt Vrbsky. Es sei auch nicht zum ersten Mal, dass über ein Zusammengehen geredet werde, Glencore halte bereits 34 Prozent an Xstrata. „Glencore verspricht sich damit Synergieeffekte in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar.“ Die Glencore-Aktie (WKN A1JAGV) legt jedenfalls um 5 Prozent zu, Xstrata (WKN 552834) sogar um 10 Prozent.

Anleger strafen Sony ab

Mit einem Kurseinbruch von 5 Prozent reagiert am heutigen Donnerstag die Sony-Aktie (WKN 853687) auf die aktuellen Quartalszahlen sowie die Prognose für das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr. „Der Elektronikkonzern rechnet mit einem Nettoverlust von 2,2 Milliarden Euro, dabei sind bereits in den vergangenen vier Jahren immer rote Zahlen geschrieben worden“, berichtet Michael Arras von Close Brothers Seydler.

Die Produktpolitik von Sony überzeuge nicht mehr, zuletzt sei der Verkauf der Playstation 3-Konsolen im Weihnachtsgeschäft unbefriedigend verlaufen. „Jetzt soll Kazuo Hirai als neuer CEO das Ruder herumreißen.“ Arras zufolge könnte das der Aktie wieder Schwung verleihen, allerdings seien die Margen in der Unterhaltungselektronik niedrig, die Konkurrenz sei heftig. Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten die Hälfte ihres Wertes verloren und wird an der Börse Frankfurt aktuell zu 13,20 Euro gehandelt.

Kurspotenzial bei Roche

Probleme mit dem Wachstum hat Roche hingegen nicht, wie Arras weiter meldet. Die am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Zahlen des Schweizer Pharmariesen (WKN 851311) für 2011 blieben zwar etwas hinter den Erwartungen zurück. „Das lag aber am starken Schweizer Franken. Währungsbereinigt sieht es viel besser aus.“ Zudem habe der Konzern für 2012 ein Umsatzplus von 5 Prozent in Aussicht gestellt. „Roche will weiter wachsen, dazu soll auch die Übernahme des US-amerikanischen Gentechnik-Spezialisten Illumina beitragen.“ Außerdem sei die Pipeline viel versprechend, die Umstrukturierungsmaßnahmen seien abgeschlossen. Charttechnisch spricht Arras zufolge ebenfalls einiges für einen Anstieg der Roche-Aktie. Der Dividendentitel geht heute an der Börse Frankfurt zu 132,40 Euro über den Tisch, vor zwei Wochen waren es allerdings noch über 140 Euro.

Astrazeneca: Abgaben nach Quartalsbericht

Nicht gerade positiv wurden Arras zufolge die jüngsten Zahlen sowie der Ausblick des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca (WKN 886455) aufgenommen. „Der Kerngewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr wird gegenüber dem Vorjahr vermutlich stark zurückgehen.“ Der Dividendentitel verliert heute 3 Prozent auf 35,43 Euro. „Aufgrund des geplanten Rückkaufprogramms hat die Aktie aber Unterstützung nach unten“.

Das Rückkaufangebot der Familie Benetton, die den gleichnamigen Modekonzern (WKN 871224) wieder von der Börse nehmen will, hat bislang nicht wirklich überzeugt, wie Vrbsky meldet. „Benetton bietet 4,60 Euro, dabei wird die Aktie zu 4,64 gehandelt. Offenbar setzen Aktionäre auf eine Erhöhung der Offerte.“

Abwinken bei Shell und Unilever

Lange Gesichter machten am heutigen Donnerstag unterdessen Anteilseigner von Royal Dutch Shell (WKN A0D94M) und Unilever (WKN A0JMZB), in beiden Fällen gaben die Aktien nach. „Shell hat zwar im Gesamtjahr einen Milliardengewinn eingefahren, im Schlussquartal lief allerdings das Raffineriegeschäft nicht gut. Auch die Höhe der Dividende enttäuschte“, berichtet Vrbsky. Unilever habe „solide“ Zahlen für das vierte Quartal vorgelegt, auch das Gesamtjahr sei gut gelaufen. „Aktionäre haben aber noch mehr erhofft. Außerdem blieb der Ausblick hinter den Prognosen zurück.“ Da die Aktie des niederländischen Konsumgüterkonzerns bereits ordentlich zugelegt hatte, würden jetzt Gewinne mitgenommen. „Unilever als defensiver Wert ist in der Krise gegen den Markt gelaufen. Jetzt, da es am Aktienmarkt hoch geht, verkaufen Anleger.“

© 2. Februar 2012 / Anna-Maria Borse

Ausländische Unternehmen im Überblick

UnternehmenBrancheLandWKN
GLENCORE INTERNATIONAL Energie/Rohstoffe Großbritannien A1JAGV
Xstrata Plc. DL-,50 Energie/Rohstoffe Schweiz 552834
Sony Corporation Technologie Japan 853687
ROCHE HLDG BEARER Chemie/Pharma Schweiz 851311
Astrazeneca PLC Chemie/Pharma Großbritannien 886455
Benetton Group S.p.A. Konsumgüter Italien 871224
Royal Dutch Shell Energie/Rohstoffe Großbritannien A0D94M
Unilever N.V. Konsumgüter Niederlande A0JMZB

text Roth: "Ein kleiner aber feiner Schritt"
Donnerstag, 02. Februar 2012

2. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Angela Merkel kann stolz sein. Es sieht ganz danach aus, dass sie die Lage momentan unter Kontrolle hat. Lange hat es gedauert bis man im politischen Berlin erfasst hat was es zum Krisenmanagement innerhalb der Eurokrise braucht. Es gilt eine multiple Krisenintervention durchzuführen und dabei darf durch Entschlossenheit der Unsicherheit an den Kapitalmärkten kein Raum gegeben werden. Eine Art von Dreifrontenkrieg muss geführt werden.

Darin muss die staatliche Überschuldung bekämpft, die Umstrukturierung der EU voran und die Griechenlandkrise gelöst werden. Griechenland muss erst entschuldet und dann auf Wachstumsfahrt gebracht werden. Trotz harter Sparmaßnahmen muss in ganz Europa auch das Wachstum wieder gefördert werden. Besonders die europäische Peripherie braucht dazu die Unterstützung aus EU-Töpfen. Die Umstrukturierung der EU muss ebenfalls schnell vorangebracht werden. Dazu müssen neue Rahmenbedingungen festgelegt und verabschiedet werden.

Die Geburtsfehler des Euro müssen mit mehr Europa ausgemerzt werden. Mit dem Fiskalpakt ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg beschritten worden. Immerhin 25 von 27 EU-Staaten beteiligen sich daran. Das ist als großer Erfolg zu werten. Die Konsolidierung nationaler Haushalte gilt es weiter voranzutreiben und mit einem nachhaltigen rechtlich-verbindlichen Rahmen zu versehen. Der Fiskalpakt ist da nur der Anfang. Denn bestimmte Elemente wie die Schuldenbremse müssen demnach zwar bald in nationalverbindliche Gesetze umgewandelt werden, sonst droht die Klage am europäischen Gerichtshof, aber damit erschöpft sich auch schon der Katalog künftiger Sanktionsmechanismen. Als erster Schritt ist das ebenfalls als Erfolg zu werten, aber weitere verbindliche Vereinbarungen müssen folgen, damit nationale Regierungen Fiskalpaktelemente nicht anschließend wieder ungestraft verletzen können. Die Versuchung ist da. Selbst Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte vor kurzem laut darüber nachgedacht, wie die Schuldenbremse mit Unterstützung des Parlamentes ausgehebelt werden könnte.

Neben der Begrenzung neuer Schulden kommt auch der Schuldentilgung (ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen) eine wesentliche Rolle zu. Die Quadratur des Kreises von Sparen und Wachstum kann vor allem in Südeuropa nur dann gelingen, wenn den Krisenländern mit Geld aus den EU-Fördertöpfen unter die Arme gegriffen wird. Ohne einen gleichzeitigen Wachstumspakt für Europa werden sich die meisten Länder tiefer in die Krise sparen. Griechenland lässt Grüßen. Eine Aufstockung des EU-Rettungsschirms wird voraussichtlich auch noch erfolgen müssen, um der Wirkung der vereinbarten Maßnahmen ein ausreichendes Zeitfenster zu geben.

Die bisher beschlossenen Maßnahmen reichen sicher nicht aus, um alle Euro-Skeptiker zu überzeugen und das verlorene Vertrauen mit einem Mal zurückzugewinnen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Oder wie Angela Merkel sagt: „Wir sind auf einem langen Weg – einen kleinen, aber feinen Schritt weitergekommen.“

© 2. Februar 2012/Oliver Roth

* Oliver Roth ist der Kapitalmarktstratege der Close Brothers Seydler Bank AG, ein eigenständiges Tochterunternehmen der an der London Stock Exchange gelisteten Close Brothers Group plc, London. Mehr über Oliver Roth auf www.oliver-roth.de

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1. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wenn man alleine die Nachrichtenlage der vergangenen Woche betrachtet, hätten eigentlich DAX-Bären Gewinne verzeichnen müssen. Stattdessen ist das Börsenbarometer abermals gestiegen und verzeichnet im Punktvergleich einen Zuwachs von 2,3 Prozent während des Berichtszeitraums. Mit den steigenden Aktienkursen ist aber auch der Pessimismus der von der Börse Frankfurt allwöchentlich befragten mittelfristig orientierten Akteure gestiegen. Unser Bull/ Bear-Index fällt auf den tiefsten Stand seit Mai 2011.

Tatsächlich hätten sich für Pessimisten allerhand Argumente alleine schon von der politischen Bühne ergeben können. Etwa die Tatsache, dass in der Causa Griechenland kein Durchbruch erzielt wurde, die Hängepartie also anhält und die Renditeabstände portugiesischer Anleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen neue Rekorde markierten, hätten den Bären in die Karten spielen müssen. Natürlich könnte man den europäischen Fiskalpakt als Erfolg feiern, aber letztlich hat er, wenn überhaupt, eher Kommentatoren als Börsianer überzeugt. Schließlich wurde beim EU-Gipfel zwar geliefert, was man sich vorgenommen hatte: Die Staats- und Regierungschefs unterzeichneten den vorgezogenen ESM-Start für Juli. Aber auf die vielerorts bereits diskutierte Erhöhung des Rettungsschirms – im Raume steht immerhin ein neues Volumen von 750 bis 1000 Mrd. EUR – wurde nicht einmal per Andeutung eingegangen. Dass dieses Thema tatsächlich erst im März erörtert wird, scheint mancherorts womöglich als weitere Enttäuschung gedeutet worden zu sein. Am Ende könnten sich die mittelfristig orientierten Akteure unseres Panels auch an den Hedgefondsmanagern orientiert haben, die für dieses Jahr in den kommenden Monaten entweder ein gutes Ende oder ein Auseinanderbrechen der Eurozone erwarten.

Auf der anderen Seite scheinen viele Börsianer die Auswirkungen des EZB-Liquiditätsprogramms unterschätzt zu haben. Auch wenn es wenig wahrscheinlich ist, dass die Banken mit der bei der Zentralbank aufgenommen Liquidität Aktien kaufen, sondern dieses Geld gut verzinslich in Staatsanleihen angelegt wird, dürfte die Attraktivität der Bondmärkte im gleichen Maße für übrige Investoren sinken.

Am Ende bleibt ein DAX, der zwar von Woche zu Woche gar nicht einmal schnell anzieht. Zumindest geht es nur schleppend nach oben. Ja, der Markt bewegt sich eigentlich so langsam, dass die überwiegende Zahl der Bären unseres Panels nicht richtig wachgerüttelt werden: Mangels starker Bewegungen nach oben (sprich: Stimuli) gewöhnen sich diese Akteure aber an diese scheibchenweisen Verluste und werden durch diese sogar regelrecht eingeschläfert. Dass unser Bull/Bear-Index in dieser Woche wieder gefallen ist, ist auf neue Pessimisten zurückzuführen, die zuletzt den Markt in Richtung neutrales Lager verlassen haben. Damit hat sich jedoch gleichermaßen die Bias vertieft, denn trotz des langsamen Tempos hat der DAX mit einem Plus von mehr als 9 Prozent den besten Januar seit seiner Einführung hingelegt. Und seine einzige nennenswerte Abwärtskorrektur hat an dem Wochenende sein Ende gefunden, als die Rating-Agentur S&P für neun europäische Staaten den Daumen senkte. Die Schieflage vieler Akteure ist gleichermaßen der Garant dafür, dass größere Rücksetzer beim DAX alsbald aufgefangen werden dürften. Aufwachen werden die Pessimisten allenfalls, wenn das Börsenbarometer an einem der folgenden Tage kräftig nach oben ausschlagen würde. Dann müsste fürwahr mancherorts die Notbremse gezogen werden, was im schlimmsten Fall zu einer regelrechten Kaufpanik führen könnte.

Joachim Goldberg

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutral
Total 37 % 47 % 16 %
ggü. letzter Erhebung - 1 % + 6 % - 5 %

DAX-Stimmungskurve


Stand DAX 01.02.2012, 12:00 Uhr: 6.550 Punkte (+ 2,34 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear- Index: 44,4 Punkte

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text TecDAX-Sentiment: Stimmung bleibt mau
Mittwoch, 01. Februar 2012

1. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Schuldenkrise lässt grüßen: Noch während die europäischen Staats- und Regierungschefs am Montag in Brüssel dem neuen Fiskalpakt zustimmten und sich verpflichteten, eine Schuldenbremse einzuführen, wurde anderswo schon einmal ernst gemacht mit dem Sparen. Spaniens Regierung setzte die Förderung für Photovoltaik und andere erneuerbare Energien vorübergehend aus. Ab sofort gibt es keine Zuschläge mehr – die Subventionen für bestehende Anlagen scheinen aber immerhin von dem Moratorium ausgeschlossen. Italien reduzierte schon letzte Woche sein Engagement und stoppte die Förderung für Solaranlagen auf Ackerflächen. Dazu kommt das deutsche Gezerre um eine mögliche Deckelung des Solarausbaus sowie eine schnellere Kürzung der Subventionen – und die schlechte Laune der Technologieanhänger ist nur allzu verständlich.

Entsprechend bleibt auch die Stimmung der mittelfristig orientierten Anleger, die wöchentlich von der Börse Frankfurt befragt werden, eher mau. Unser Sentiment-Barometer, der Bull/Bear-Index, kann sich zwar wieder knapp über die markante 50-Prozent-Schwelle retten und zeigt nun hauchdünnen Optimismus an. Doch die Laune der Institutionellen bleibt weiterhin im Stimmungskeller. Hier hat das Bärenlager fast in gleichem Maße neuen Zulauf erhalten wie das bullishe Camp – das neutrale Lager hat sich dagegen dezimiert. Für die leichte Stimmungsaufhellung sind einzig die Privat-Anleger verantwortlich, die ihren jüngsten Exodus aus dem Optimisten-Camp zumindest teilweise revidieren.

Für die neuen Optimisten gab es nachrichtentechnisch wenig Positives, das ihren Wiedereinstieg gerechtfertigt hätte: Immerhin konnte die Aktie von Gigaset nach der Vorstellung vorläufiger Zahlen um einen zweistelligen Prozentsatz in die Höhe schießen. Die Kursentwicklung des TecDAX selbst bot für Bären wie Bullen eine Argumentationsgrundlage: Er kam in den letzten Tagen ganz langsam voran, allerdings fürchten die Akteure derzeit nicht, dass er ihnen davonlaufen könnte. Dennoch bleibt die Hartnäckigkeit des Technologieindex in solch einem Umfeld bemerkenswert: Es gibt nur vereinzelt gute Nachrichten aus der Branche und die europäische Schuldenkrise macht weiter Probleme – eine Einigung auf einen griechischen Schuldenschnitt steht weiterhin aus und die Berichte, Portugal könnte ein zweites Rettungspaket benötigen, werden zahlreicher. Vorerst drückt die institutionellen Pessimisten angesichts der bestehenden Schieflagen noch nicht der Schuh, doch ihre Eindeckungskäufe werden in jedem Fall stützend wirken, sobald wieder mehr Bewegung in den TecDAX kommt.

Verhältnis Optimisten zu Pessimisten

BullishBearishNeutralTotal
Private 47 % 24 % 29 % 44 %
Institutionelle 36 % 49 % 15 % 56 %
Total 41 % 38 % 21 % 100 %
ggü. letzter Erhebung + 4 % - 1 % - 3 %

TecDax-Stimmungskurve


Stand TecDAX 01.02.2012, 12.00 Uhr: 749 Punkte (+ 1,49 % gegenüber der letzten Erhebung), Bull/Bear-Index: 52,1 Punkte

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text Markttechnik: Die Luft wird dünner
Mittwoch, 01. Februar 2012

1. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von der Zuversicht der vergangenen Woche haben einige Charttechniker sich verabschiedet. „Die Obergrenze des Aufwärtskanals erweist sich im derzeitig überkauften DAX vermutlich als harte Nuss“, ist etwa die Ansicht der technischen Analysten der Baader Bank. Mit dem Anstieg der Renditen zehnjähriger portugiesischer Staatsanleihen auf ein kritisches Niveau von über 15 Prozent mische die Euro-Schuldenkrise einmal mehr mit. Derzeit verlaufe die obere Grenze des DAX-Aufwärtstrendkanals bei 6.613 Zählern und steige börsentäglich um 23 Punkte. Bewege sich der DAX weiterhin entlang dieser Marke, könne er in einigen Wochen durchaus im Bereich der Widerstände bei 6.835 bzw. 6.721 Punkten oder gar nahe der harten Barriere bei 7.000 Zählern notieren. Nach unten begrenze der fallende 200-Tage Durchschnitt von derzeit 6.356 Zählern, der in der Nähe der unteren Kanalgrenze bei heute 6.282 Punkten liege.

Nicht Fisch nicht Fleisch

Die technische Ausgangslage für den DAX ist für Jana Meier nichts Halbes und nichts Ganzes. Zwar habe sich der deutsche Leitindex jüngst wieder von der zentralen Widerstandszone aus dem Hoch vom Oktober 2011, dem „Fukushima“-Tief vom März bei 6.431 bzw. 6.483 Punkten, der 90-Wochen-Linie aktuell bei 6.492 Punkten sowie dem zyklischen Hoch von Ende Januar bei 6.574 Punkten gelöst. „Bisher konnten die Hindernisse aber nicht wirklich zu den Akten gelegt werden“, beschreibt die technische Analystin der HSBC Trinkaus & Burkhardt. Erst wenn dies gelinge, könne charttechnisch eine Entwarnung erfolgen. „Die Chancen auf weitere Kursgewinne stünden in diesem Fall wieder gut“, meint Meier und verweist zudem auf die relativ weit entfernt liegende nächste entscheidende Hürde im Bereich von 7.000 Punkten.

Belastende Faktoren, die dem Positivszenario entgegen stünden, erkennt Meier etwa in den Ergebnissen der jüngsten Sentiment-Erhebung der American Association of Individual Investors. „Bei US-Privatanlegern ist der Anteil der Bären auf nur noch 19 Prozent gesunken.“ Kurzfristig herrsche damit in den USA etwas zu viel Sorglosigkeit. „Das herangereifte Sentiment wie auch die relativ reife Lage des Stochastik deuten auf einen näher rückenden Zeitpunkt für eine Korrektur“, meint die technische Analystin und empfiehlt Anlegern entsprechend sensibel für die Unterseite zu bleiben. Falle unterhalb der angeführten Widerstandszone der Startschuss für eine Atempause, sei die Schließung der Lücke vom 17. Januar bei 6.271 bzw. 6.232 Punkten vermutlich nur eine Frage der Zeit.

Ausbruch nach unten möglich

Den Beginn einer dynamischen Abwärtsbewegung stellt Martin Siegert für den DAX in Aussicht. Diese könne sich in eine mehrwöchig anhaltende Talfahrt in Richtung der Trendkanal-Unterstützungslinie im Bereich 5.740 Zähler entwickeln. „Derzeit befindet sich das deutsche Aktienbarometer seit Ausbildung eines Doppeltiefs knapp unter der Grenze von 5.000 Zählern im September vergangenen Jahres in einer Konsolidierungsphase“, bemerkt der Leiter der technischen Marktanalyse der Landesbank Baden-Württemberg. Diese Korrektur verlaufe gegenwärtig in einem intakten Trendkanal mit einer unteren Begrenzung bei 5.740 Punkten und einer oberen Linie bei knapp über 6.720 Zählern. „Innerhalb dieses Trendkanals konnte sich seit Dezember vergangenen Jahres eine Keilformation ausbilden“, bemerkt Siegert. In der vergangenen Woche sei mit der Ausbildung eines DAX-Hochs im Bereich von 6.574 Punkten die Keilwiderstandslinie getestet worden.

Die eingangs erwähnte Abwärtsbewegung würde mit einem Ausbruch aus dieser Formation im Bereich von 6.300 Punkten im DAX und nachfolgend mit dem Schließen der seit 17. Januar diesen Jahres offenen „Erschöpfungslücke“ eingeleitet. „Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke ist aus Sicht des übergeordneten Chartbilds derzeit wahrscheinlich“, meint Siegert, der eine abschließende Einschätzung noch offen lässt.

Weniger Optimisten

Ähnlich pessimistisch sehen dies die 300 von der Börse Frankfurt wöchentlich befragten aktiven Investoren. Mit einem Bull/Bear-Index von 44,4 gegenüber 48,3 Punkten in der Vorwoche rutscht die Stimmung für den DAX noch unter das Acht-Monats-Tief vor vierzehn Tagen. Die Trennlinie zwischen Optimisten und Pessimisten liegt bei 50 Punkten. Die Bärengruppe ist mit nun 47 Prozent im Wochenvergleich um 6 Prozent stärker.

Bei den Technologiewerten hebt sich die Stimmung mit einem Bull/Bear-Index von 52,1 von zuvor 48,6 Punkten wieder in den bullishen Bereich. Die Gruppe derer, die nun Long gehen wächst um 4 Prozent gegenüber der Vorwoche.

Der Bull/Bear-Index misst das Maß an Optimismus im Markt. Dafür werden die Optimisten ins Verhältnis zu den Pessimisten gesetzt und mit den neutral Gestimmten gewichtet. Werte unter 50 Punkten zeigen eine pessimistische Gesamtstimmung der Anleger. Was es bedeutet, können Sie ab 17 Uhr bei boerse-frankfurt.de/sentiment lesen.

© 1. Februar 2012 / Iris Merker


1. Februar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Alles dreht sich im Moment um Gold: Seit Jahresanfang gehen die Preise wieder rasant nach oben – auch wenn der Rekordstand vom September bei über 1.900 US-Dollar noch weit entfernt ist. „Nach einem schwierigen vierten Quartal sind Edelmetalle fulminant ins neue Jahr gestartet“, meint der Rohstoffexperte Heinrich Peters von der Helaba. „Gold erlebte dabei den stärksten Januar seit über drei Jahrzehnten.“

Eine Feinunze geht heute zu 1.746 US-Dollar über den Tisch, Anfang vergangener Woche waren es noch 1.677 und zu Jahresanfang 1.604 US-Dollar. Das zeigt sich auch im ETC-Handel: „90 Prozent der Umsätze entfallen auf Gold-ETCs. Und das sind eindeutig Käufe“, erklärt Bernardus Roelofs von Flow Traders.

Zur Goldeuphorie beigetragen hat vor allem die Ankündigung langfristig niedriger Zinsen durch die US-Notenbank: „Die geldpolitische Lockerung, der schwächere US-Dollar und Inflationssorgen machen sich bemerkbar.“ Im Vergleich mit dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise seien die Zuflüsse zwar nicht mehr ganz so umfangreich, dafür aber stetig, wie Nigel Longley vom Emittenten ETF Securities bemerkt. Gesucht waren etwa der ETFS Physical Gold (WKN A0N62G), Xetra Gold (WKN A0S9GB), der Gold Bullion Securities (WKN A0LP78) und der db Physical Gold Euro Hedged (WKN A1EK0G).

Noch weiteres Potenzial für Gold

Nach Ansicht von Peters hat das gelbe Metall mit der Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungsrunden und einer robusten Charttechnik noch erhebliche Chancen, den Aufwärtstrend dynamisch fortzusetzen. „Auch die Finanzinvestoren werden sich wahrscheinlich nicht mehr so zurückhaltend zeigen und auf den fahrenden Zug aufspringen.“ Außerdem werde die Goldnachfrage in den Schwellenländern wegen des voraussichtlich wieder schwächeren US-Dollar an Fahrt gewinnen, zumal Gold dort weiterhin als Reservewährung gelte. Die Helaba sieht den Goldpreis zur Jahresmitte bei 1.850 US-Dollar je Feinunze.

Bald 1.800 US-Dollar

Auch das technische Bild spricht im Moment für Gold, wie Christoph Geyer von der Commerzbank erklärt: „Im langfristigen Chart von Gold ist gut zu erkennen, dass der Test des Aufwärtstrends zum Jahreswechsel offensichtlich nur ein Schwungholen für weitere Kursavancen war.“ Der seit Herbst des vergangenen Jahres bestehende Abwärtstrend sei inzwischen gebrochen worden. „Der MACD-Indikator steht kurz vor einem Kaufsignal. Daher dürfte ein Erreichen des letzten Topstands bei circa 1.800 US-Dollar in den kommenden Wochen möglich sein.“

Chancen auch für Platin und Silber

Doch nicht nur Gold legen sich Anleger wieder ins Portfolio, die Umsätze in anderen Rohstoffen sind allerdings deutlich bescheidener. „Die stärker industriell genutzten Palladium und Platin verzeichneten Mittelzuflüsse von 16 beziehungsweise 9 Millionen US-Dollar“, erklärt Longley (WKN A0N62E, A0N62D).

Neben den verbesserten Konjunkturaussichten gibt es für die anziehende Nachfrage noch andere Gründe: „Platin profitierte von der generellen Unsicherheit der Energieversorgungslage in den südafrikanischen Minen“, erklärt Oliver Heuschuch von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft. Auch der vom Gericht als unrechtmäßig deklarierte Streik bei der zu Implats gehörenden Rustenberg-Mine habe offensichtlich weiter die Kursphantasie der Marktteilnehmer beflügelt.

Palladium wird heute zu 690 US-Dollar je Unze gehandelt nach 664 Anfang Januar, Platin zu 1.603 nach 1.430. Für Silber zahlen Anleger im Moment 33,81 US-Dollar je Unze. Die Helaba prognostiziert mit Überwindung des Konjunkturtals sowohl für Platin als auch für Silber noch weiter steigende Preise, für Platin rechnen die Analysten mit 1.750 US-Dollar, für Silber mit 36 US-Dollar Ende des zweiten Quartals. Bei Silber-ETCs verkaufen sich Händlern zufolge im Übrigen der ETFS Physical Silver (WKN A0N62F) und der db Physical Silver (WKN A1E0HS) gut.

Industriemetalle: Tal der Tränen durchschritten

Die Entwicklung der Industriemetalle zeigt ebenfalls, dass die Konjunkturaussichten nicht mehr ganz so düster eingeschätzt werden wie noch vor Wochen. „Das Gespenst eines Konjunkturabsturzes in China, dem mit Abstand größten Verarbeiter von Industrierohstoffen, scheint vertrieben zu sein“, erläutert Peters. Gleichzeitig halte sich das verarbeitende Gewerbe in den USA recht wacker. „Selbst in der Eurozone drehen die Geschäftserwartungen nach oben.“

Wenn gleichzeitig die Produzenten bei den Kapazitäten etwas vorsichtiger als bislang erwartet operierten, ist Peters zufolge eine weitere Erholung der Preise durchaus möglich. In den vergangenen zwei Wochen wurde bei ETCs auf breit aufgestellte Industriemetallkörbe (WKN A0KRKG) jedenfalls gerne zugegriffen, wie ETF Securities erklärt, auch der Kupfer-ETC (WKN A0KRJU) sei auf Interesse gestoßen.

Setzen auf steigenden Erdgas-Preis

Der Preissprung beim zuletzt schwächelnden Henry Hub-Erdgas lockte Anleger außerdem in Erdgas-ETCs (WKN A0KRJ3), wie ETF Securities weiter meldet. Auch gehebelte Produkte kamen gut an (WKN A0V9Y3). Zuvor hätten ein unerwartet warmer Winter und das anhaltende Überangebot den Preis für Henry Hub-Erdgas auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren sacken lassen. „Anzeichen von Angebotsverknappung führten aber zuletzt zu einer Preisrallye.“

Wenig los bei Öl

Öl ist, trotz der Konflikte mit dem Iran und dem jüngst verhängten Ölembargo gegen das Land, im Moment kein großes Thema bei Investoren. Sowohl der Preis für die Nordseesorte Brent als auch für das US-Leichtöl WTI treten seit Jahresanfang mehr oder weniger auf der Stelle. Flow Traders hat zwar überwiegend Käufe von Öl-ETCs beobachtet, etwa im S&P GSCI Enhanced Crude Oil von Source (WKN A1A72T). „Die Umsätze sind aber auch hier überschaubar.“

© 1. Februar 2012/Anna-Maria Borse


text Neuer Aktien-ETF auf Xetra
Dienstag, 31. Januar 2012

31. Januar 2012. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Ein neuer ETF des Emittenten SPDR (State Street Global Advisors) erweitert das Produktangebot auf Xetra.

Der SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF (WKN A1JSHV) ermöglicht Anlegern erstmals die Teilnahme an der Wertentwicklung des S&P MidCap 400 Index. Der Index setzt sich zusammen aus 400 nach Marktkapitalisierung gewichteten mittelgroßen Unternehmen mit Sitz in den Vereinigten Staaten und repräsentiert sieben Prozent des US Marktes.

Das ETF-Angebot auf Xetra umfasst derzeit insgesamt 921 börsengelistete Indexfonds bei einem durchschnittlichen monatlichen Handelsvolumen von 16 Milliarden Euro.

© 31. Januar 2012/Deutsche Börse AG

Details zu dem neuen ETF

NameWKNHandelswährungGesamtkostenquote
SPDR S&P 400 US Mid Cap ETF A1JSHV Euro 0,30 %