Die Zeiten, in denen Brasilien vor allem mit Fußball, Samba und Karneval in Verbindung gebracht wurde, sind schon länger vorbei. Seit mehr als zehn Jahren wird das Land zu den aufstrebenden Schwellenländern der BRIC-Staaten mit einem Wirtschaftswachstum von meist deutlich über fünf Prozent gezählt – die Anfangsbuchstaben stehen für Brasilien, Russland, Indien und China.
Lag der Blick dabei meistens noch auf dem bevölkerungsreichsten Land der Welt, China, so rückt nun Brasilien immer stärker in den Mittelpunkt des globalen Interesses. Bereits jetzt ist das südamerikanische Land mit seinen etwa 200 Millionen Einwohnern zur sechstgrößten Volkswirtschaft gewachsen und hat damit Großbritannien überholt.
Dabei litt Brasilien lange Zeit unter einer hohen Inflation, konnte seine Wirtschaft in den vergangenen Jahren jedoch sanieren und erlebt nun eine Boom-Phase. Und die dürfte noch eine Weile anhalten. Denn 2014 richtet Brasilien die Fußball-WM aus, zwei Jahre später finden dann die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro statt – für Investoren ein gutes Zeichen.
Es war die letzte Bilanzpressekonferenz für Josef Ackermann. Denn bereits im Mai dieses Jahres endet die Zeit des Schweizers als Vorstandschef der Deutschen Bank. Abgelöst wird Ackermann von einer Doppelspitze. Der Investmentbanker Anshu Jain wird dann zusammen mit dem derzeitigen Deutschland-Chef Jürgen Fitschen das Institut führen.
Wer nun jedoch einen glanzvollen Abschied für Ackermann, der immerhin zehn Jahre das größte deutsche Geldhaus geführt hat, erwartet hatte, wurde an diesem kalten Wintertag in Frankfurt enttäuscht. Statt des ursprünglich für 2011 angepeilten Rekordgewinns von zehn Milliarden Euro konnte Ackermann nur noch ein halb so hohes Plus bekannt geben.
Und auch die Gesamtbilanz des Josef Ackermann fällt durchwachsen aus. Anfangs als negativ behaftete Symbolfigur sehr umstritten, machte er in der öffentlichen Wahrnehmung ausgerechnet in der Finanz- und Bankenkrise Boden gut, als er die Deutsche Bank aus dem schlimmsten Trubel heraushielt und Stück für Stück auf einen modernen und internationaleren Kurs brachte.
Zum Abschied servierte ihm nun das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" eine brisante Titelgeschichte mit der Überschrift „Die Zocker AG". Hier geht es um angeblich dubiose US-Geschäfte der Bank, die womöglich Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe mit sich bringen. Doch damit werden sich nun Ackermanns Nachfolger beschäftigen müssen.
Nun ist die Entscheidung gefallen. Und überrascht davon war letztendlich wohl keiner mehr: Die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der New Yorker Börse (NYSE) ist geplatzt, da die EU-Kommission ihr Veto eingelegt hat. Die Marktmacht des neuen Unternehmens wäre vor allem im Derivatehandel zu groß gewesen, lautete die Begründung.
Damit ist bereits zum dritten Mal ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen Börse mit einem Wettbewerber gescheitert. Kritiker, die bereits den Börsengang des Unternehmens skeptisch gesehen hatten, fühlen sich nun bestätigt. Die Bedenken gegen eine Megabörse waren zuletzt gewachsen, denn Deutschland hätte dadurch deutlich an Einfluss verlieren können.
Nun muss sich der Konzern unter Vorstandschef Reto Francioni weiterhin alleine auf den globalisierten Märkten behaupten. Und das könnte durchaus erfolgreich gelingen, denn die Deutsche Börse gilt als gut aufgestellt und erzielt beeindruckende Gewinne. Frankfurter Finanzmarktakteure sehen die Entscheidung daher auch gelassen: „Lebbe geht weiter."
Die USA befinden sich auf dem absteigenden Ast. Das sagen zumindest Ökonomen, die sich ausgiebig mit der finanziellen Situation der größten Volkswirtschaft der Welt befassen. Ein riesiges Staatsdefizit, über die Jahre extreme Ausgaben für umstrittene militärische Operationen und diverse strukturelle Probleme haben die USA in die Krise geführt.
Schon seit Jahren versorgt die amerikanische Notenbank die Märkte daher mit Geld zu extrem niedrigen Zinsen zwischen 0 und 0,25 Prozent. Das kann zwar für eine Belebung der Wirtschaft sorgen, erhöht aber auch die Inflationsgefahr und fördert Spekulationsblasen mit allen bekannten Folgen. Doch unbeeindruckt von der Kritik hat die US-Zentralbank nun angekündigt, die Leitzinsen mindestens drei weitere Jahre auf diesem Niveau zu belassen.
Ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der „Federal Reserve", die eigentlich stets aktuell auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren soll, vor allem auch, um sich abzeichnende Preissteigerungen durch Zinserhöhungen möglichst rasch einzudämmen. Fraglich bleibt allerdings, ob die Notenbanker in ihren hochdotierten Jobs nun auch für drei Jahre einen unbezahlten Urlaub antreten werden.
Die Weltwirtschaft ist trotz aller Bemühungen um den verstärkten Einsatz regenerativer Energien noch immer in hohem Maße abhängig vom Erdöl. Auch deshalb droht nun neues Ungemach. Nachdem die USA und die Europäische Union im Atomstreit mit dem Iran neue Sanktionen beschlossen haben, droht das Land nun, die „Straße von Hormus" für den Schifffahrtsverkehr zu schließen.
Diese wichtige Transportroute liegt am Persischen Golf und gilt als entscheidendes Nadelöhr für die Erdöltransporte aus mehreren Staaten. Eine vorübergehende Schließung oder gar ein Anschlag auf einen der Öltanker könnte daher fatale Auswirkungen auf die globale Wirtschaft haben. Bereits die Androhung führte zu einem deutlichen Anstieg des Ölpreises auf dem Weltmarkt.
Eine komplette Blockade des Seeweges würde eine hohe Zahl an Öltankern betreffen, die den Westen mit dem oft als „schwarzes Gold" bezeichneten Rohstoff beliefern. Der Ölpreis könnte sich dann in kurzer Zeit sogar verdoppeln und damit die Weltwirtschaft erheblich schwächen, da zu viele Industrien noch immer zu stark am Erdöl hängen.
Zum ersten Mal wohnen in der Volksrepublik China mehr Menschen in einer Stadt als auf dem Land. Bei mehr als 1,3 Milliarden Einwohnen ist die Zahl der Stadtbewohner also gewaltig hoch und in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Ebenso stark wie das Wirtschaftswachstum, das in China zuletzt stets um die Zehn-Prozent-Marke pendelte.
Aktuell ging es hier jedoch leicht bergab. Für das Gesamtjahr 2011 errechnete das Pekinger Statistikamt jüngst einen Wert von 9,2 Prozent. Das ist zwar weniger als die im Vorjahr erreichten 10,4 Prozent, doch immer noch genug, um das weltweite Wachstum in Gang zu halten. Da die anderen großen Volkswirtschaften in den USA, Japan und Europa derzeit schwächeln, wird gerade besonders hoffnungsvoll nach China geblickt.
So erwartet die Weltbank für 2012 ein globales Plus des Wachstums von immerhin noch 2,5 Prozent. Motor dieser erneuten Zunahme sind natürlich hauptsächlich die Chinesen. Die vielfach gesättigten Industriestaaten können hier wenig zu beitragen, für die Euro-Zone geht die Weltbank für das laufende Jahr sogar von einem Minus von 0,3 Prozent aus.
Es war wohl nur ein kurzes Durchatmen, als Italien und Spanien kürzlich milliardenschwere Anleihen am Kapitalmarkt zu deutlich gesunkenen Zinsen platzieren konnten. Sogar von der Rückkehr des Anlegervertrauens war bereits die Rede. Doch diese positive Stimmung hielt nur solange an, bis Standard & Poor’s zum nächsten Schlag ansetzte.
Gleich neun europäische Länder wurden von der amerikanischen Ratingagentur in ihrer Kreditwürdigkeit herabgesetzt. Darunter auch Italien und Spanien – gleich um zwei Stufen. Das war natürlich Futter für alle, die in dem Agieren der US-Ratingagenturen eine bewusste Schwächung der Euro-Zone wittern. Erstmals erwischte es auch Frankreich, das sein AAA-Toprating verlor.
Doch es könnte noch schlimmer kommen, denn Standard & Poor’s kündigte für diese Woche eine Neubewertung des gesamten europäischen Rettungsschirms an. Fraglich, wie die Märkte hier auf eine Herabstufung reagieren würden. Denn trotz aller gegenteiligen Beteuerungen aus der Politik scheint die Macht der Ratingagenturen weiter ungebrochen.
Unter normalen Umständen wäre diese Meldung sicherlich mehr gefeiert worden: Der Automobilhersteller Volkswagen hat im vergangenen Jahr den Konzern Toyota auf Rang zwei in der Liste der weltgrößten Autobauer abgelöst. Doch das lag nicht nur am Wachstum des Wolfsburger Unternehmens, sondern vor allem am Einbruch der Japaner.
Nach der verheerenden Katastrophe von Fukushima im Frühjahr stand die Produktion bei Toyota lange Zeit still. Gleichzeitig verkaufte Volkswagen 2011 erstmals mehr als acht Millionen Fahrzeuge, das bedeutet Platz zwei hinter dem amerikanischen Marktführer General Motors. Doch auch hier holt VW vor allem durch Wachstum in Asien weiter auf.
Neue Werke in China sind geplant und bereits im Jahr 2018 soll die Zehn-Millionen-Marke beim Verkauf durchbrochen werden. Experten sagen der Automobilbranche zunächst jedoch ein schwieriges Jahr voraus, vor allem in Europa könnte der Absatz einbrechen. Für die stark exportabhängigen deutschen Automobilhersteller dürfte 2012 also wegweisend werden.
Zehn Jahre Euro – das Jubiläum des Euro als Zahlungsmittel zum Jahreswechsel 2011/12 ist nahezu untergegangen. Für eine Jubelstory sind die Zeiten aber auch zu schwierig, daher überwogen die kritischen Berichte über die europäische Währungsunion und der bange Ausblick, was im neuen Jahr in der Schuldenkrise an weiteren negativen Überraschungen kommen mag.
Der Euro selbst hatte sich dagegen in den vergangenen Monaten trotz der vielen Hiobsbotschaften aus Griechenland, Italien und anderen finanziell angeschlagenen Ländern gut behauptet, zumindest in seiner Bewertung gegenüber dem amerikanischen Dollar. Doch ausgerechnet in der ersten Woche des Jahres rutschte der Euro deutlich ab – unter die Marke von 1,27 Dollar.
Dabei waren es in Sachen Euro-Krise ungewohnt ruhige Tage. Es gab diesbezüglich keine nennenswerten Neuigkeiten. Feiertage und Ferien sorgten zunächst für Entspannung. Doch die damit verbundenen dünnen Handelsumsätze haben dazu geführt, dass der Euro zu Jahresbeginn rasch auf den tiefsten Stand seit dem September 2010 fallen konnte.
Ob es mit der Währung nun weiter bergab geht, werden die nächsten Wochen zeigen: Kehrt das Vertrauen in die Politik und damit auch in den Euro dauerhaft zurück? Oder brechen am Ende alle Dämme? Vor allem der Druck auf Griechenland wächst weiter an – ein möglicher Staatsbankrott wird dadurch immer wahrscheinlicher.
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Aktuell ist das Peter Praet. Der Belgier wurde zum neuen Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) berufen. Als Favoriten für diesen einflussreichen Posten wurden lange Zeit eigentlich zwei andere Ökonomen gehandelt – der Franzose Benoît Cœuré und der Deutsche Jörg Asmussen.
Für Deutschland und seine Stabilitätspolitik ist das nach dem überraschenden Verzicht des ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber auf die fast sichere Berufung zum EZB-Präsidenten vor knapp einem Jahr ein weiterer Rückschlag. Denn bislang hatten den Job des Chefvolkswirts mit Ottmar Issing und Jürgen Stark ausschließlich Vertreter aus Deutschland inne.
Nun darf erstmals der Vertreter eines kleinen Euro-Landes ran. Praet galt bislang eher als unauffällig, seine Berufung erstaunt. Zuletzt agierte er als Direktoriumsmitglied in der EZB, davor im Vorstand der belgischen Zentralbank. In Fachkreisen gilt der zurückhaltende Belgier jedoch auch als ein Vertreter der Geldwertstabilität.






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