Berlin. Der Machtkampf um den Vorsitz der Linken geht nach dem Verzicht Oskar Lafontaines in eine neue Runde: Linken-Vizechefin Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen kandidieren für eine weibliche Doppelspitze. Sie treten damit gegen Fraktionsvize Dietmar Bartsch und die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann an. Falls keiner der vier zurückzieht, kommt es auf dem Parteitag im Juni zu Kampfabstimmungen. Der Ex-Vorsitzende Lafontaine hat auf eine Kandidatur verzichtet.
Brüssel. Vor dem Sondertreffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel sprechen die Spitzen von EU und EZB über aktuelle Themen. Dazu sei eine Videokonferenz anberaumt worden, sagte ein Sprecher von EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy in Brüssel. Teilnehmen werden EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Van Rompuy, Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und EZB-Chef Mario Draghi. Thema sei die Vorbereitung des Treffens der 27 EU-Staats- und Regierungschefs, das am Abend beginnt. Barroso traf zuvor den greichischen Interims-Ministerpräsidenten, Panagiotis Pikrammenos.
Kabul. Wieder sind in Afghanistan ausländische Helfer Opfer eines Verbrechens geworden. Unbekannte haben in der Provinz Badachschan nach offiziellen Angaben zwei ausländische Mitarbeiterinnen einer Schweizer Hilfsorganisation entführt. Auch drei einheimische Mitarbeiter der Organisation Medair seien verschleppt worden, sagte ein Sprecher des Provinzgouverneurs. Bei den Frauen handele es sich um eine Europäerin und eine Afrikanerin. Genaue Angaben zur Nationalität machte der Sprecher nicht. Er vermutet einen kriminellen und keinen politischen Hintergrund.
Kairo. Unter den wachsamen Augen der Militärs hat in Ägypten die erste demokratische Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes begonnen. Zum Auftakt blieb es rund um die Wahllokale friedlich. Viele Wähler erklärten jedoch, sie hätten Angst vor einer neuen Welle der Gewalt, weil einige der Kandidaten eine Niederlage womöglich nicht akzeptieren würden. Die Abstimmung soll an diesem Abend enden, Mitte Juni könnten Stichwahlen stattfinden. Die Frage ist, ob Ägypten demnächst von einem säkularen Polit-Profi oder einem Islamisten regiert wird.
Memmingen. Mit Pistolen seines Vaters hat der 14-jährige Schütze aus Memmingen den Amokalarm an seiner Schule ausgelöst. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Memmingen als Ergebnis erster Ermittlungen mit. Der 53 Jahre alte Vater sei ein Sportschütze und habe die Waffen ordnungsgemäß in einem speziellen Tresorraum verwahrt. Der Junge hatte gestern vor seiner Schule und auf einem Sportplatz mehrfach geschossen, dabei aber niemanden verletzt. Erst nach Stunden ergab sich der 14-Jährige der Polizei. Dabei stellten die Beamten drei Pistolen sicher. Sein Motiv ist unklar.
Frankfurt/Main. Die Deutsche Bundesbank hat die Politik in Griechenland vor einer Abkehr vom vereinbarten Sparkurs gewarnt. Die aktuelle Entwicklung in Griechenland sei in hohem Maße besorgniserregend, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Vor den Neuwahlen in Hellas sieht die Bundesbank die Gefahr, dass die vereinbarten Reform- und Konsolidierungsmaßnahmen nicht umgesetzt werden könnten. Auch für den Euro-Raum und Deutschland wären die Herausforderungen in diesem Fall zwar erheblich. Die Folgen wären aus Sicht der deutschen Währungshüter aber beherrschbar.
Damaskus. Bei einem Bombenanschlag sind nach Angaben syrischer Oppositioneller in Damaskus mindestens drei Menschen getötet worden. Das Attentat richtete sich gegen ein Fahrzeug, teilte die Syrische Menschenrechtsbeobachtungsstelle in London mit. Unklar ist, ob es sich bei dem angegriffenen Fahrzeug um ein Militärfahrzeug handelte. Aktivisten in Syrien berichteten indes von schwerem Artilleriebeschuss in der Region Al-Rastan. Über mögliche Opfer ist nichts bekannt. Das Gebiet war von UN-Beobachtern besucht worden.
Brüssel. Grünes Licht für den Badespaß: Die Wasserqualität an Europas klassischen Urlaubsstränden ist gut. In den beliebten Reisezielen Spanien, Italien und Portugal haben vier von fünf Badestellen exzellente Werte. Das geht aus dem neuesten Bericht zur Qualität der europäischen Badegewässer hervor, den die EU-Kommission in Brüssel vorstellte. Das sauberste Wasser bieten Zypern, Kroatien, Malta und Griechenland. Auch in Deutschland ist Baden und Schwimmen fast überall bedenkenlos möglich.
Frankfurt/Main. Deutschland hat erstmals für zwei Jahre neue Schulden aufgenommen, ohne dafür Zinsen zahlen zu müssen. Bei einer Versteigerung zweijähriger Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von null Prozent lag die erzielte Rendite bei 0,07 Prozent, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Das ist der tiefste jemals erzielte Effektivzins in diesem Laufzeitbereich. Die kleine positive Nominalverzinsung kam nur deswegen zustande, weil die Anleger die Anleihe zu einem Kurs unter dem Nennwert des Papiers erhielten.
Bagdad. Im Streit um das iranische Atomprogramm bemühen sich Unterhändler der internationalen Gemeinschaft und des Irans in Bagdad um eine Lösung am Verhandlungstisch. Die Delegationen nahmen in der irakischen Hauptstadt neue Gespräche auf, hieß es aus Verhandlungskreisen. Vertreter der 5+1-Gruppe wollen bei dem Treffen mit Vertretern des Irans an den als positiv bezeichneten Start neuer Gespräche vor gut fünf Wochen in Istanbul anknüpfen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an Atomwaffen zu arbeiten.






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